Möbelschau: Kölnmesse präsentiert sich in neuem Gewand

Möbelschau
Kölnmesse präsentiert sich in neuem Gewand

Für mehr als 250 Millionen Euro wurde das Messegelände in Köln modernisiert, vier neue Ausstellungshallen gebaut. Die Investition waren nötig, denn die Konkurrenz im In- und Ausland ist groß. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der Vorwurf der Mauschelei bei der Finanzierung.

HB KÖLN. Zum Auftakt des Jahres 2006 gastiert die internationale Möbelmesse (imm) in den neuen Räumlichkeiten. Von der Modernisierung erwarten sich Messechef Jochen Witt und der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Kölnmesse ist, deutliche Impulse für das Messejahr 2006.

Weniger erfreulich ist hingegen die anhaltende Diskussion um die Finanzierung der Baumaßnahmen durch die Oppenheim-Esch-Holding. Der Vorwurf: Der Investor hätte bereits lange vor Baubeginn festgestanden. Die Stadt Köln ist nach wie vor der Auffassung, dass das Projekt nicht hätte ausgeschrieben werden müssen.

Neben den von vier neuen Nordhallen umfasst der „Masterplan 2006“ einen Messeboulevard sowie den neue Eingang Süd mit der Messe-City und dem ICE-Bahnhof. Nicht Kapazitätserweiterung stehe dabei im Fokus –„sondern Qualitätssteigerung“, sagte Jochen Witt bei der Grundsteinlegung im September 2004. Weggefallen sind die an die RTL-Gruppe verkauften Flächen der Rheinhallen.

 Bildergalerie: Die Kölnmesse macht sich schick. Vom Grundriss zu den fertigen Hallen.

Die Planziele der Kölnmesse sind ambitioniert: Nachdem der Umsatz der vergangenen Jahre eher schleppend verlief, soll in diesem Jahr der aus 2001 stammende Rekordumsatz von 206 Millionen Euro übertroffen werden. Mit mehr als 34 000 Ausstellern und mindestens zwei Millionen Besuchern solle der Umsatz in etwa die 220 Millionen-Grenze erreichen, sagte Messechef Witt.

Mit Blick auf die Branchenentwicklung klingen die Ziele gleich doppelt ehrgeizig. Denn der Wettbewerb zwischen den Messebetreibern hat sich sowohl im Inland als auch gegenüber der europäischen Konkurrenz spürbar verschärft. Während der letzten Jahre ist das Flächenangebot trotz aller Schwierigkeiten im Markt kontinuierlich gewachsen, und das nicht nur im Feld der Top Ten unter den Messeplätzen, sondern auch in der zweiten Reihe. Friedrichshafen oder Karlsruhe haben neue Standorte aufgebaut, Stuttgart wird mit seiner neuen Messe am Flughafen 2007 mit doppelter Fläche an den Markt gehen.

Gleichzeitig streben mehr oder minder alle großen Messen nach höherer Auslastung ihrer Hallen. Was aber der Branche quer durch Europa fehlt, ist das Wachstum, das die Überkapazitäten aufnehmen und allen das Vorankommen ermöglichen würde

Alles zusammen hat zu einem beinharten Konkurrenzkampf geführt. Kaum eine der Jahrzehnte eingeführten Messen ist davor sicher, von Wettbewerbern in Parallelveranstaltungen kopiert oder von der Konkurrenz mit neuen Angeboten zu Teilbereichen attackiert zu werden. So versuchen die Berliner, der Frankfurter Musikmesse den Rang abzulaufen, die Münchener haben mit der Automationstechnik ein wichtiges Segment der Hannover-Messe an Land gezogen.

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