Mögliche Szenarien
Wie Etihad bei Air Berlin landen will

Die arabische Airline Etihad will sich offenbar noch stärker bei der angeschlagenen Berliner Fluglinie engagieren, Insider sprechen schon von einer geplanten „Machtübernahme“. Die hat allerdings einen Haken.
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DüsseldorfDie Anzeichen für einen Machtwechsel bei Air Berlin verdichten sich. Wie das „Handelsblatt“ (ePaper der Freitagsausgabe) aus Insider-Kreisen erfuhr, arbeitet die Fluglinie Etihad an einer „Machtübernahme“ bei der Fluggesellschaft. Schon seit längerem gab es Gerüchte über ein entsprechendes Szenario.

Dafür spricht etwa, dass Air Berlin am Donnerstag seine Jahresbilanzpressekonferenz verschob – „aufgrund von fortgeschrittenen Gesprächen über Handlungsoptionen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Genaueres wollte die Fluggesellschaft nicht mitteilen.

Die arabische Fluggesellschaft stieg Ende 2011 bei Air Berlin ein und ist seitdem mit knapp 30 Prozent größter Einzelanteilseigner. Etihad hat damit auch seinen Einfluss in Europa weiter ausgebaut, die Golf-Airline ist auch an der Schweizer Fluggesellschaft Darwin Air sowie Air Serbia beteiligt.

Einfach aufstocken kann Etihad seine Anteile an Air Berlin aber nicht. Ein Gesetz hat festgeschrieben, dass die Aktienanteile ausländischer Investoren nicht die 50-Prozent-Grenze überschreiten darf. An der Berliner Fluglinie hält aber neben Etihad auch die türkische ESAS Holding einen hohen Stamm von Aktien (etwa 15 Prozent).

Würden die Araber ihre Anteile erhöhen und damit die vorgeschriebene Marke von 50 Prozent überschreiten, hätte das gravierende Auswirkungen auf den Flugverkehr von Air Berlin: Die Fluggesellschaft würde automatisch ihre internationalen Verkehrsrechte verlieren und dürfte nur noch innerhalb von Deutschland und Europa fliegen.

Nun entwirft Etihad offenbar verschiedene Szenarien, um die 50-Prozent-Hürde zu umgehen. Das „Manager Magazin“ berichtet etwa, dass Etihad einen Abschied Air Berlins von der Börse erwäge. Das würde der angeschlagenen Berliner Fluglinie frisches Kapital einbringen und gäbe die Gelegenheit, die Gesellschafterstruktur zu verändern. Damit würde sich die arabische Fluggesellschaft mehr Einfluss bei Air Berlin verschaffen.

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Offiziell autonom, aber unter der Fuchtel von Etihad

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