Moeller-Maersk als Käufer gehandelt
Gerüchte treiben Tui-Aktie

Spekulationen an den Finanzmärkten über ein bevorstehendes Übernahmeangebot für den Reise- und Schifffahrtskonzern TUI haben am Mittwoch den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe getrieben. Aktienhändler berichteten, Gerüchten zufolge plane die dänische Großreederei Moeller-Maersk ein Kaufangebot für Tui.

HB FRANKFURT. Das weltgrößte Schifffahrtsunternehmen lehnte jeden Kommentar ab. Tui erklärte: „Uns ist nichts bekannt.“ Es gebe auch keine Überlegungen zu einer Aufspaltung des Konzerns und einen möglichen Verkauf der Schifffahrtssparte. Die Konzernstrategie beruhe unverändert auf den beiden Säulen Tourismus und Schifffahrt, sagte ein Tui-Sprecher in Hannover.

Die Aktie, die zeitweilig mehr als fünf Prozent zulegte, blieb aber im Laufe des Tages dennoch größter Gewinner im Deutschen Aktienindex (Dax) mit einem Kursplus von gut drei Prozent auf 15,88 Euro.

Dänische Analysten schlossen ein generelles Interesse von Moeller-Maersk an Tui nicht aus. Die Schifffahrtssparte mit Hapag-Lloyd und der im vorigen Jahr übernommenen kanadischen Reederei CP Ships sei sicherlich ein interessantes Kaufobjekt für den Weltmarktführer. Allerdings müsse Moeller-Maersk zunächst die gerade übernommene Reederei P&O Nedlloyd integrieren, sagte Stephen Rammer, Analyst von Alm. Brand Henton. Sein Kollege Henrik Lund von Danske Equities sieht frühestens im kommenden Jahr die nächste Übernahme bei Moeller-Maersk. Vorstandschef Jess Söderberg hatte im März vor Hamburger Wirtschaftsjournalisten Interesse an weiteren Zukäufen bekundet und den finanziellen Spielraum dafür auf zwei Mrd. Euro beziffert.

Zu diesem Preis allerdings wäre Tui nicht zu haben. Europas größter Reisekonzern gilt mit einem Kurs um von unter 16 Euro zwar als erheblich unterbewertet, würde damit aber immerhin fast vier Mrd. Euro kosten.

Der niedrige Aktienkurs macht Tui allerdings aus Sicht von Analysten für Investoren interessant. Allein die Schifffahrtssparte mit Hapag-Lloyd und der für zwei Mrd. Euro übernommenen CP Ships sei mit drei bis 3,5 Mrd. Euro zu bewerten, sagte ein Tui-Experte einer deutschen Bank. Die Touristiksparte des weltweit größten Reiseanbieters weise zwar noch immer keine besonders guten Ergebnisse vor, müsse aber dennoch mit zwei bis drei Mrd. Euro bewertet werden. „Insofern könnte ein Kaufinteressent, zum Beispiel auch ein Private Equity-Unternehmen, das längerfristig orientiert ist, Gefallen an Tui finden“, sagte der Analyst. „Wenn man dann beide Bereiche, Touristik und Schifffahrt, voran bringt und anschließend getrennt wieder verkauft, lohnt sich das.“

Fondsmanager hatten auf der jüngsten Hauptversammlung im Frühsommer die Frage einer Aufspaltung des Tui-Konzerns erstmals öffentlich gefordert. Tui-Chef Michael Frenzel wies dies für den jetzigen Zeitpunkt zurück, schloss eine solche Entwicklung aber nicht auf alle Zeit aus. Seither tauchen wiederholt Spekulationen über Kaufinteressenten für Tui auf. Vor zwei Wochen war auch Moeller-Maersk bereits einmal genannt worden.

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