Møller-Maersk macht Verlust Reederei-Riese kommt nicht aus den roten Zahlen

In der Container-Schifffahrt geht es langsam aufwärts. Doch das reicht nicht, um Weltmarktführer Møller-Maersk aus den roten Zahlen zu ziehen.
Update: 09.02.2018 - 12:32 Uhr 1 Kommentar
Der Weltmarktführer hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sich auf sein Transport- und Logistikgeschäft zu konzentrieren. Quelle: dpa
Containerschiff „Mayview Maersk“

Der Weltmarktführer hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sich auf sein Transport- und Logistikgeschäft zu konzentrieren.

(Foto: dpa)

KopenhagenGröße allein hilft nichts: Das musste wieder einmal A.P. Møller-Maersk erfahren. Die größte Container-Reederei der Welt leidet unter Überkapazitäten, sinkenden Frachtraten und einem Cyberangriff im vergangenen Frühjah und schrieb auch 2017 rote Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 1,2 Milliarden Dollar (950 Millionen Euro). Obwohl das Minus im Vorjahr noch bei 1,9 Milliarden Dollar lag und der Umsatz um 13 Prozent auf 30,9 Milliarden Dollar anzog, zeigten sich Analysten von dem Ergebnis enttäuscht. Die Aktie verlor zwischenzeitlich an der Kopenhagener Börse um bis zu fünf Prozent, erholte sich später allerdings wieder leicht.

Es sei „ein ungewöhnliches und ereignisreiches Jahr“ gewesen, erklärte Maersk-Chef Søren Skou in Kopenhagen. Tatsächlich legte im Frühjahr ein Cyberangriff die Server des Containerriesen für mehrere Tage lahm. Massive Lieferverspätungen waren die Folge. Insgesamt beziffert Møller-Maersk die Kosten für die Hackerattacke auf 250 bis 300 Millionen Dollar. Schwerwiegender noch wirkte ein weiterer Rückgang der Frachtraten und gestiegene Lagerkosten vor allem im vierten Quartal 2017.

Dennoch zeigte sich der Maersk-Chef optimistisch, was das laufende Jahr betrifft. „Im Großen und Ganzen sehen wir optimistisch in die Zukunft“, sagte er. Zu den positiven Entwicklungen zählte er den Gewinn von Marktanteilen. Die Container-Sparte, Maersk Line, konnte in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres 3,6 Prozent mehr Fracht transportieren, während die Konkurrenz nur um drei Prozent zulegte.

Skou zeigte sich überzeugt, dass 2018 ein deutlich besseres Jahr für Dänemarks mit Abstand größten Konzern werden wird. Er rechnet mit einem Vorsteuergewinn von zwischen vier und fünf Milliarden Dollar. Den Aktionären versprach er eine Dividende von 24 Dollar je Aktie.

Nicht nur der Maersk-Chef gibt sich vorsichtig optimistisch. Auch Hapag-Lloyd-Boss Rolf Habben Jansen sprach im vergangenen Monat von einer „viel besseren Verfassung“ seiner Branche. Das liege nicht zuletzt an fortschreitenden Konsolidierung. „Ende 2018 werden 9 der 20 größten Reedereien von vor fünf Jahren nicht mehr da sein“, erklärte er.

Tatsächlich ging Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr mit der arabischen UASC zusammen. Maersk hingegen übernahm 2016 die bis dahin zur Oetker-Gruppe gehörende Reederei Hamburg Süd. Neben reinen Übernahmen wurden in den vergangenen zwei Jahren auch eine Reihe von neuen Allianzen gebildet, bei denen die beteiligten Unternehmen weiter eigenständig bleiben, aber ihre Kooperation ausbauen. Neben der von Maersk und MSC gebildeten „2M“-Allianz gibt es zahlreiche weitere Kooperationen der größten Container-Reedereien. Dazu zählen die CMA CGM, NYK, MOL und die K-Line.

Ein Problem, das Morten Imsgard, Analyst bei der dänischen Sydbank, hervorhebt, ist die Überkapazität durch neue Schiffe. „Man kann ganz schnell in eine Situation kommen, in der die Frachtraten wieder unter Druck durch eine enorme Anzahl neuer Schiffe kommen“, erklärte er gegenüber der dänischen Zeitung „Børsen“.

Tatsächlich erwarten Maersk und andere Container-Reedereien in den kommenden zwei Jahren viele neue Frachter. Hapag-Lloyd-Chef Habben Jansen rechnet 2018 mit einem Wachstum der Frachter-Kapazität von fünf bis 5,5 Prozent. Die Fracht-Nachfrage werde aber nur um vier bis fünf Prozent wachsen, erklärte er.

Laut Skou sind diese Überkapazitäten aber „zu managen“, wie er in Kopenhagen betonte. Es sind nicht die einzigen Probleme, mit denen der Maersk-Chef derzeit zu kämpfen hat. Denn noch ist die radikale Neuausrichtung des Konzerns nicht abgeschlossen.

Weitere Zukäufe könnten anstehen
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1 Kommentar zu "Møller-Maersk macht Verlust: Reederei-Riese kommt nicht aus den roten Zahlen"

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  • Die Großreedereien wie Maersk & Co. unterliegen der irrigen Annahme, dass Super-Containerschiffe nach den gleichen ökonomischen Prinzipien wie in der Industrie (Stichwort: Massenproduktion) funktionieren würden.

    Aufgrund der hohen Anschaffungskosten für ein Containerschiff der Superklasse setzen sich diese Unternehmen unnötigerweise selbst unter Druck. Der Break-Even-Point pro Reise (also der Punkt, an dem sich Erlöse und Kosten ausgleichen) liegt bei ca. 85-90% Auslastung des Schiffsraums. Diese Auslastung wird aber, u.A. auch wegen der im Markt vorhandenen Übertonnage (Überangebot an Schiffsraum) nicht immer erreicht, weshalb große Reedereien rote Zahlen schreiben.

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