Møller-Mærsk Cyber-Angriff wird für Reederei noch teurer

Schwere Zeiten für die dänische Reederei Møller-Mærsk: Überkapazitäten und Nachwehen einer Cyber-Attacke kommen den Branchenriesen teuer zu stehen. Die jüngsten Geschäftszahlen enttäuschen die Anleger.
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Die Dänen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und geben ihre Öl- und Gassparte in einer 7,5 Milliarden Dollar schweren Transaktion an den französischen Energieriesen Total ab. Quelle: dpa
Maersk-Containerschiff

Die Dänen konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und geben ihre Öl- und Gassparte in einer 7,5 Milliarden Dollar schweren Transaktion an den französischen Energieriesen Total ab.

(Foto: dpa)

KopenhagenDer weltgrößten Reederei A. P. Møller-Mærsk machen weiter Überkapazitäten und die Folgen der weltweiten Cyber-Attacke Ende Juni zu schaffen. Mit 978 Millionen Dollar verfehlte der am Dienstag vorgelegte operative Gewinn (Ebitda) im dritten Quartal deutlich die Prognosen der Analysten. Zum einen kam der Cyber-Angriff mit 250 bis 300 Millionen Dollar den Branchenprimus teurer zu stehen als zunächst erwartet. Zum anderen entwickelten sich die Frachtpreise schwächer als vorhergesagt, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr anzogen. Im wichtigen Container-Geschäft ist Mærsk deshalb für das Gesamtjahr etwas verhaltener als noch zuvor.

Statt einer Verbesserung des bereinigten Gewinns in der Hauptgeschäftssparte von über einer Milliarde Dollar, rechnet Mærsk nur noch mit einem Zuwachs von rund einer Milliarde. „Das dritte Quartal war schwieriger für uns und wir hätten stärker wachsen können, wenn wir nicht diesen furchtbaren kriminellen Cyber-Angriff gehabt hätten“, sagte Finanzchef Jakob Stausholm.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Auch wenn das bereinigte Ergebnis in der Transport- und Logistiksparte zulegte, stand unter dem Strich im dritten Quartal ein Verlust von 1,4 Milliarden Dollar. Hintergrund ist eine 1,75 Milliarden schwere Abschreibung auf Bohrplattformen. Mærsk konzentriert sich auf sein Kerngeschäft und gibt seine Öl- und Gassparte in einer 7,5 Milliarden Dollar schweren Transaktion an den französischen Energieriesen Total ab. Die Aktien der Dänen gaben mehr als fünf Prozent nach.

  • rtr
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