Molkerei
Deutscher Milch-Riese setzt auf China

Deutschlands größte Molkerei DMK verbucht ein kräftiges Umsatzplus und setzt verstärkt auf Internationalisierung. So eröffnet die DMK in den nächsten Monaten ein Vertriebsbüro in China.
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DüsseldorfDie Deutsches Milchkontor GmbH (DMK), die Nummer Eins unter Deutschlands Molkereien, hat zum ersten Mal nach dem Zusammenschluss der beiden Genossenschaften Humana und Nordmilch im Juli 2010 Zahlen veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erzielte die DMK einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Obwohl aufgrund der Fusion ein Vorjahresvergleich schwierig ist, entspricht das laut der DMK einem Plus von mehr als elf Prozent. Das Ergebnis nach Steuern bewegte sich mit 20 Millionen Euro innerhalb der Erwartungen. Zwar lag der von der DMK gezahlte Milchpreis – das ist für die rund 11.000 Genossen, also für die Bauern, die Rendite –  mit 34 Cent je Kilogramm vier Cent über dem Durchschnitt von 2010, verfehlte aber knapp das Ziel von 34,5 Cent. „Das lag vor allem an den Kosten der Fusion und den Rückstellungen für die weitere Integration“, sagte Josef Schwaiger, Sprecher der DMK-Geschäftsführung, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die DMK setzt in diesem Jahr verstärkt auf Internationalisierung. Zwar exportiert das Unternehmen bereits kräftig, in Märkte außerhalb Europas aber zum großen Teil über Zwischenhändler. So eröffnet die DMK in den nächsten Monaten ein Vertriebsbüro in China, um Kunden und Konsumenten vor Ort selber betreuen zu können und unabhängiger zu werden. Der nächste Schritt wäre eine Beteiligung an einem lokalen Erzeuger oder der Aufbau einer eigenen Produktion. „Das ist in mehreren Ländern mit hohem Importbedarf denkbar“, sagt Schwaiger. Zudem sollen die eigenen Marken wie Milram (Quark, Käse, Getränke), Ravensburger (Butter, Desserts) und Humana (Babynahrung) in Zukunft stärker positioniert werden.

Kirsten Ludowig
Kirsten Ludowig
Handelsblatt / Stellvertretende Ressortleiterin Unternehmen & Märkte

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