Monkey-47-Chef Stein
„Gin ist in – das ist das Problem“

Eine Brennerei aus dem Schwarzwald hat 2011 international Furore gemacht: Sie wurde für den besten Gin der Welt ausgezeichnet. Im Interview spricht Monkey-47-Chef Alexander Stein über seine Wachstumspläne und den Boom.
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Im beschaulichen Lossburg-Betzweiler im Schwarzwald entsteht einer der besten Gins der Welt. Dort produzieren die „Black Forest Destillers“ den „Monkey 47“. Im Interview spricht Geschäftsführer Alexander Stein über die Schattenseiten des deutschen Gin-Booms, die Grenzen des Wachstums und die neue Konkurrenz.

Herr Stein, im Jahr 2011 ist Monkey 47 auf der International Wine and Spirit Competition (IWSC) als bester Gin der Welt ausgezeichnet worden. War das der große internationale Durchbruch?
Es ist natürlich schön, so einen Preis zu gewinnen. Aber ich glaube, man hat von Anfang an gemerkt, dass das Produkt gerade international aufgrund seiner Qualität geschätzt wird. Denn das ist es worum es letztendlich geht. Die Auszeichnung hat die Entwicklung sicherlich ein wenig beschleunigt aber unser stetiges Wachstum, ist durch die Auszeichnung alleine nicht explodiert.

Naja. 2010 haben Sie noch 5.000 Flaschen produziert, 2013 waren es 150.000. Wie schafft man es als kleines Unternehmen eigentlich, dieses Wachstum zu bewältigen?
Das ist eine große Herausforderung, weil die Qualität natürlich gleich hoch bleiben muss. Da geht es um Kompetenz, gute Zutaten und Investitionen denn letztendlich kostet Wachstum immer Geld. Wir könnten auch das Doppelte verkaufen, wahrscheinlich sogar mehr – tun das aber nicht. Wir brennen nur in einem bestimmten Zeitraum, und dieser ist abhängig sind von der Qualität und Verfügbarkeit der Rohstoffe. Die größte Herausforderung ist es eben nicht der Verlockung des Marktes zu erliegen, sondern sich darauf zu konzentrieren, was wichtig ist.

Wo liegt denn die natürliche Grenze des Wachstums?
Das hängt von der Verfügbarkeit und Qualität der Rohstoffe und von den Produktionskapazitäten ab. Ich kann da keinen exzessiven Ausbau betreiben. Mein Ziel ist ein organisches Wachstum. Wir haben keine Marketingabteilung, keine große Verwaltung. Das wird hier alles sehr hemdsärmelig gemacht. Und so möchte ich es auch beibehalten. Da kann man es sich auch mal leisten, zu sagen: Ich mache dieses Geschäft nicht, auch wenn es mir mehr Absatz bringen würde.

Woher kommt eigentlich der Name Ihres Gins?
Das Rezept stammt von einem englischen Soldaten, der sich im Schwarzwald niedergelassen hat und in Ermangelung klassischer Gin Gewürze mit regionalen Zutaten die britische Gin-Tradition fortzusetzen versuchte: Wacholder, der traditionell in der Schinkenproduktion eingesetzt wird, aber auch Fichtensprossen, Akazienblüten, Brombeerblätter und Preiselbeeren um einige zu nennen. Der Name leitet sich von einem Affen ab, für den der Soldat eine Patenschaft übernommen hat. Wir hätten den Gin natürlich auch anders nennen können. Uns ging es darum, ein bisschen mit dem Klischee des britischen Gins zu spielen und einen Namen zu wählen, der international nicht erklärungsbedürftig ist.

Und woher kommt die 47?
47 hat gleich eine doppelte Bedeutung. Zum einen präsentiert sich unser Gin mit 47% in der klassischen Stärke des London Dry Gins und zum anderen verwenden wir 47 Zutaten zur Herstellung des Gins. Aber letzteres ist eher konstruiert, es hätten auch 46 oder 48 Zutaten sein können.

Also eine Frage des Marketing?
Nein ganz und gar nicht. Marketingtechnisch wäre es beispielsweise super, wenn ich jetzt erzählen würde: Im Schwarzwald gibt es ganz tollen Wacholder. Das würde ein rundes Bild geben. Ist aber leider nicht so. Der Schwarzwälder Wacholder kriegt einfach nicht genug Sonne, auch nicht auf der Schwäbischen Alb. Den müssen wir leider aus Kroatien oder der Toskana importieren. Es geht nicht um Marketing, sondern um Qualität.

Kommentare zu " Monkey-47-Chef Stein: „Gin ist in – das ist das Problem“"

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  • Sehe ich auch so. Finde beie Monkey 47 Gin sehr gut. Mir gefällt auch der Sloe Gin. Habe den letztens bei mygin gekauft und bin sehr davon überzeugt [...]. Wer einen guten Gin macht soll auch gutes Geld damit verdienen.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ehrliche Arbeit, der innere Drang es perfekt zu machen, Gewinnmaximierung ist nicht das Ziel ... und dann hat das Ganze auch noch einen super Erfolg.
    Ich wünschte das wäre (wieder) öfter so. Dank & Glückwunsch!

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