Mos Mosh
Eine Liebeserklärung an Kate Moss

Die Jeansmarke Mos Mosh ist nach dem britischen Supermodel Kate Moss benannt. Und das Spiel mit dem berühmten Namen funktioniert. Der nordische Understatement-Stil der Dänen kommt gut an – vor allem in Deutschland.

DüsseldorfKate Moss hat ja viele Verehrer. Aber es dürfte wenige geben, die sogar ihr Unternehmen nach dem britischen Supermodel benannt haben. „Ich bewundere Kate Moss: Sie versteht es, sich glamourös aber auch sehr einfach zu kleiden“, sagt Kim Hyldahl. Um Assoziationen zu Moss herzustellen, nannte er seine Modefirma „Mos Mosh“.

Das war vor fünf Jahren. Das Spiel mit dem berühmten Namen hat offensichtlich funktioniert. Inzwischen hat Hyldahl aus dem dänischen Start-up ein Unternehmen geformt, das seine Jeans in 14 Ländern in Europa verkauft. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Norwegen. 2016 startet er noch in Polen.

„Wir haben 2010 Jeans und längere Oberteile auf den Markt gebracht und das im cleanen nordischen Stil“, erzählt der Däne von den Anfängen. Das war ein Kontrastprogramm zu den damals üblichen tief ausgeschnittenen Oberteilen. Der nordische Kleidungsstil kommt in Deutschland gut an. „Die skandinavischen Designer profitieren im Moment stark von dem Understatement-Stil, der die Mode an sich prägt, weg von der Überdekoration“, sagt Sabine Meister von der gleichnamigen M&A-Beratung in München.

So ist auch die dänische Bestseller-Gruppe in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Sie konnte mit zwei Dutzend Marken von „Vero Moda“ über „Only“ bis „Jack & Jones“ ihren Umsatz alleine in den vergangenen zwei Jahren um rund 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro steigern.

Hyldahl hat viele Jahre für diese Gruppe gearbeitet. Seine wichtigste Erkenntnis: „Sie müssen ein guter Kaufmann sein und mit beiden Beinen auf dem Boden stehen.“ Das heißt für ihn auch, dass Mos Mosh nicht zu schnell wachsen darf. Denn sonst kann er seine wichtigsten Kriterien nicht einhalten: „ehrlich bleiben, pünktlich liefern und Produkte mit sehr guter Passform sowie einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten.“

Trotz dieser Philosophie des gebremsten Wachstums hat sich der Umsatz des Unternehmens im laufenden Jahr um 60 Prozent auf rund 16 Millionen Euro erhöht. Auch im nächsten Jahr rechnet Hyldahl noch mit einem Plus von 25 bis 30 Prozent. Dabei erzielt Mos Mosh dieses Jahr eine üppige Umsatzrendite von knapp 19 Prozent.

Das ist deutlich mehr als sonst in der deutschen Modebranche üblich. Der durchschnittliche Anteil des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) am Umsatz bei deutschen Bekleidungsherstellern ist allein zwischen 2010 und 2012 von 7,5 auf 4,2 Prozent gesunken, berichtet die Unternehmensberatung Kreutzer Fischer & Partner aus Wien.

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Eine Jeans kostet um die 160 Euro

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