Müllbranche
Interseroh kämpft um Marktposition

Der Recycling-Dienstleiter Interseroh lässt sich durch die jüngste Niederlage im Bietergefecht um den deutschen Stahlschrott-Marktführer TSR offenbar nicht entmutigen. „Wir werden uns weiter bemühen, durch Akquisitionen zu wachsen“, sagte Vorstandschef Johannes Albus vor Journalisten in Rostock.

ROSTOCK. Zudem will Interseroh nach den Worten des Vorstandschefs das Netz seiner bislang 40 Stahlschrott-Annahmestellen in Deutschland, Polen und den Niederlanden deutlich verdichten und Handelsbüros in Übersee aufbauen. Für organisches Wachstum und Übernahmen stünden jährlich hohe zweistellige Millionenbeträge bereit, hieß es in dem börsennotierten Kölner Unternehmen.

Vor wenigen Monaten hatte sich der Interseroh-Konzern, der rund die Hälfte seines Ertrags im Stahl- und Metallrecyclinggeschäft erzielt, vergeblich um den Bottroper Stahlschrott-Riesen TSR bemüht. Zum Schluss wurden die Kölner von der Rethmann-Tochter Remondis überboten, die laut Angaben aus Bieterkreisen 400 Mill. Euro auf den Tisch legte. „Der Preis, der dem Zehnfachen des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen entspricht, erschien uns zu hoch“, sagte Albus. Üblich sei in der Branche der Multiplikator sechs bis sieben.

Durch die verpatzte Übernahme ist für Interseroh, das mit dem Allgäuer Wettbewerber Scholz um den zweiten Platz in der Branche ringt, die Marktführerschaft zunächst in weite Ferne gerückt. Mit zuletzt 3,3 Mill. Tonnen Stahlschrott kommen die Kölner in Deutschland gerade einmal auf einen Marktanteil von 16 Prozent, während TSR gut ein Viertel des Marktes kontrolliert. Daran ändert wenig, dass sich Interseroh erst noch vor einem Monat den Bremer Wettbewerber Erwin Meyer Metallrecycling einverleibt hat.

Das Stahlschrottgeschäft hatte sich Interseroh 1994 eigentlich nur als zweites Standbein zugelegt – und 2001 mit dem Kauf der Dortmunder Krupp-Hoesch-Tochter Hansa massiv ausgebaut. Ursprüngliche Aufgabe war für die 1991 von mehreren Abfallfirmen gegründete Interseroh gewesen, die gesetzlich geforderte Rücknahme von Transportverpackungen zu organisieren – parallel zum Dualen System Deutschland (DSD), das seither für die Verkaufsverpackungen verantwortlich ist. Inzwischen aber kommen fast 80 Prozent des Interseroh-Jahresumsatzes von einer Mrd. Euro aus dem Recycling von Altmetall.

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