Muji will Wohnzimmer stürmen
Japans Edel-Ikea greift an

In Japan längst jedem Kind bekannt, will Muji jetzt auch die deutschen Wohnzimmer stürmen. Dabei profitiert der japanische Einzelhändler von der Stilprägung durch Ikea und Habitat. Doch der Spezialist für Wohnaccessoires trifft in Deutschland auf einen engen Markt.

HB TOKIO/DÜSSELDORF. M-U-J-I? Muji? Was ist Muji? Neugierig drücken sich die Düsseldorfer an der Glasfront eines neuen Geschäfts in der Kö-Galerie ihre Nasen platt. Hohe Regalwände mit transparenten Büroordnern, schwarzen Fotoalben und weißem Porzellan. In einer Ecke lehnen silberne Klappfahrräder. Auf einem Podest liegt ein „an die Wand montierbarer CD-Spieler“. Eine Lebenswelt in den Farben dunkelrot, weiß und schwarz. Puristisches Design und Funktionalität dominieren das Lifestyleangebot von Muji. An den asiatischen Lebensstil erinnern die Naturstoffe Holz und Bast.

Muji steht für Mujirushi Ryohin, was übersetzt „keine Marke, gute Qualität“ bedeutet. Die 500 Quadratmeter in der Kö-Galerie sind das erste Geschäft des japanischen Einzelhändlers in Deutschland. In den kommenden drei Jahren will der Konzern seinen Umsatz im Ausland von derzeit sieben auf 20 Prozent fast verdreifachen. Allein in Deutschland gebe es ein Potenzial für 20 Filialen, sagt Masanobu Furuta, der beim Mutterkonzern Ryohin Keikaku für das Auslandsgeschäft zuständig ist.

1980 gegründet, kennt Muji in Japan heute jedes Kind. 140 Filialen betreibt Ryohin Keikaku im Heimatmarkt, in weiteren 140 Geschäften werden die Produkte in Lizenz verkauft. Mit 2 700 Quadratmetern bietet das Flaggschiff im Tokioter Stadtteil Yurakucho auf drei Etagen alles, was die Muji-Palette zu bieten hat: Möbel und Haushaltswaren, Lebensmittel und Bekleidung. Außerdem sind neue Geschäftsbereiche zu sehen: Muji-Blumen, ein Muji-Restaurant, ein Muji-Fertigheim. Prämisse aller Produkte ist es, stilvoll, funktionsfähig und zugleich bezahlbar zu sein.

In Europa ist das rot-weiße Logo seit 1991 präsent. Bisher gibt es insgesamt 26 eigene Läden in Großbritannien, Frankreich und Italien. Wichtigster Markt ist Großbritannien.

Der Eintritt in den vielversprechenden, aber schwierigen deutschen Markt sollte schon vor Jahren erfolgen. Eine zu schnelle Expansion in Japan und Ertragsprobleme warfen die Pläne aber über den Haufen, Billigware aus China jagte Muji auf dem Heimatmarkt Kunden ab – bis Tadamitsu Matsui die Führung übernahm. Unter ihm hat Muji die Profitabilität wieder gesteigert und erwartet für 2005 bei einem Umsatz von 125 Mrd. Yen Umsatz (892 Mill. Euro) mit 7,5 Mrd. Yen (53 Mill. Euro) einen Rekordgewinn.

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