Musikkaufhaus HMV: „Die Stimme des Herrn“ verstummt

Musikkaufhaus HMV
„Die Stimme des Herrn“ verstummt

Das britische Musikkaufhaus HMV ist so etwas wie die Mutter aller Plattenläden. Jetzt meldet die Kette mit 239 Filialen Insolvenz an. Sie wurde von Amazon und iTunes in die Knie gezwungen – aber nicht nur.
  • 0

LondonDie britische Musikkette HMV („His Master's Voice“, übersetzt: „Die Stimme des Herrn“) kann ihre Rechnungen nicht mehr zahlen. Am Montagabend meldete der Einzelhändler nach eigenen Angaben Insolvenz an. Auch der letzte Versuch, eine Finanzierung zu erhalten, sei fehlgeschlagen.

Insolvenzverwalter Deloitte suche nach einem Käufer und werde versuchen, in der Zwischenzeit die 239 Filialen in Großbritannien und Irland offenzuhalten. Auch das Weihnachtsgeschäft hatte zuletzt die Erwartungen nicht erfüllt. Mehr als 4300 Jobs sind gefährdet. Die Aktie brach mehr als acht Prozent ein und notierte, bei etwas mehr als einem britischen Penny.

HMV hatte im Ende Oktober geendeten Halbjahr einen Verlust in Höhe von umgerechnet 44,4 Millionen Euro gemeldet.

Der Wirtschaftsabschwung, die hohe Arbeitslosigkeit und die massiven Sparanstrengungen der Regierung haben den Briten die Lust am Konsum verhagelt. Eine Reihe bekannter Einzelhändler wie Comet und JJB Sports musste in den vergangenen Monaten Insolvenz anmelden. Hinzu kommt, dass in Zeiten von Amazon und iTunes sich immer mehr Verbraucher ihre Musik online kaufen oder herunterladen.

HMV wurde vor rund 90 Jahren gegründet. Die erste Filiale eröffnete im Jahr 1921 in der Londoner Oxford Street. Die Firma hatte einen Anteil am Erfolg der „Beatles“: Sie empfahl Musikverlagen ein Demoalbum der vier Briten.

Auch ein anderer bekannter Plattenladen hat zuletzt nur den Ausweg in der Insolvenz gesehen. In Frankreich erlitt der Virgin Megastore das Schicksal.

Kommentare zu " Musikkaufhaus HMV: „Die Stimme des Herrn“ verstummt"

Alle Kommentare
    Serviceangebote