Mutter Edeka greift durch
Marktkauf trifft es schlimmer als gedacht

Deutschlands führender Lebensmitteleinzelhändler Edeka greift bei seiner Bielefelder Tochter Marktkauf rigoros durch. Wie das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, sollen bis zu 1 800 Vollzeitstellen dem Rotstift zum Opfer fallen. Bislang war die Rede von 1 000. Es ist nicht die einzige Hiobsbotschaft für die Beschäftigten.

lipHAMBURG. Um einen noch deutlich höheren Stellenabbau zu vermeiden, sollen weitere 1 600 kaufmännische Angestellte zu gewerblichen Arbeitnehmern umgruppiert werden, die rund 20 Prozent weniger verdienen. Der Aufsichtsrat von Marktkauf soll die Maßnahmen am 5. September beschließen, hieß es.

Marktkauf ist eine der größten Tochterfirmen der Hamburger Edeka-Gruppe. Der Konzern verfügt über rund 17 000 Vollzeitstellen. Edeka will Marktkauf mit dem Sparprogramm ab 2008 wieder nachhaltig in die Gewinnzone zurückführen. Die Gesellschaft hatte 2005 einen Verlust von 17,7 Mill. Euro erwirtschaftet.

Marktkauf-Vorstand Stephan Schelo will ferner in die SB-Warenhäuser kräftig investieren und künftig große Teile des Sortiments zu Discountpreisen anbieten. Zudem prüft der Vorstand, bis zu 10 der rund 150 Baumärkte zu schließen. Die Baumärkte hatten 2005 einen Fehlbetrag im zweistelligen Millionenbereich erwirtschaftet, heißt es. Edeka hatte sich vergeblich bemüht, die Märkte zu verkaufen. Da die Kette aber wegen fehlender Kapitalmittel seit Jahren nicht modernisiert wurde, soll sie nun zunächst saniert werden.

Auch ein Verkauf der Optikerkette Krane mit ihren rund 90 Filialen steht unmittelbar bevor. Als Käufer ist die Schwabacher Apollo Optik im Gespräch. Krane ist nach Fielmann und Apollo der drittgrößte Brillen-Filialist in Deutschland. Ein Sprecher von Marktkauf gab keinen Kommentar ab. Auch Apollo Optik hat sich bislang zu den Marktgerüchten nicht geäußert.

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