Nach Absage an Monsanto
Syngenta will mit Milliardenverkauf Aktionäre gnädig stimmen

Nach Kritik von Großanlegern geht die Syngenta-Führung auf Kuschelkurs: Der Pflanzenschutzkonzern setzt ein Aktienrückkaufprogramm auf. Gegenfinanziert werden soll es mit dem Verkauf des Gemüsesaatgut-Geschäfts.

ZürichNach der geplatzten Übernahme durch Monsanto will der Schweizer Pflanzenschutz- und Düngemittelproduzent Syngenta die Aktionäre mit einem Maßnahmenbündel bei der Stange halten. In den kommenden Wochen will das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von über zwei Milliarden Dollar einleiten, wie Syngenta am Donnerstag mitteilte. Dabei handle es sich um eine erste Tranche. Zudem stellt der Konzern das Gemüsesaatgut-Geschäft zum Verkauf und rechnet dabei mit Milliardenerlösen.

„Die Einnahmen aus dem Verkauf des Geschäfts werden die Ausgaben für den Aktienrückkauf übersteigen“, sagte Syngenta-Finanzchef John Ramsay der Nachrichtenagentur Reuters. Der Preis für die Sparte werde beim drei- bis sechsfachen des Jahresumsatzes von 650 Millionen Dollar liegen. „Ich erwarte großes Interesse von strategischen Investoren aus der Branche sowie von Finanzinvestoren.“ Im Geschäft mit Gemüsesaatgut tummeln sich zahlreiche Familienunternehmen aber auch Branchengrößen wie Monsanto und Bayer Crop-Science.

„Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind entschlossen, die Wertschöpfung für unsere Aktionäre zu beschleunigen und unterstreichen dies mit den heute angekündigten Maßnahmen“, erklärte Syngenta-Präsident Michel Demare. In den vergangenen Tagen mussten sich Demare und seine Kollegen scharfe Kritik von Großaktionären anhören, nachdem sie sich einer Übernahme durch den US-Konkurrenten Monsanto wiederholt widersetzt hatten. Monsanto gab sein Vorhaben in der vergangenen Woche schließlich auf, der Syngenta-Aktienkurs stürzte ab. Der Verwaltungsrat steht nun unter Druck, den Wert des Unternehmens aus eigener Kraft steigern kann.

Konzernchef Mike Mack erklärte nun, Syngenta peile im gesamten Geschäft Margenverbesserungen an. Er bekräftigte, die operative Marge bis 2018 auf 24 bis 26 Prozent steigern zu wollen. 2014 erreichte das Unternehmen 19,3 Prozent. Sollte Syngenta Gefahr laufen, die Ziele zu verfehlen, könne sich der Konzern nach einem Joint-Venture-Partner oder einem Investor umschauen, sagte Finanzchef Ramsay.

Die Aktie stieg am Morgen um rund drei Prozent, nachdem sie zuletzt rund 15 Prozent ihres Wertes verloren hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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