Nach Abstieg
Metro plant bereits Dax-Comeback

Der Rauswurf aus dem Dax ist für den Handelsriesen Metro schmerzhaft. Doch die Düsseldorfer geben sich optimistisch. Vorstandschef Koch peilt bereits die Rückkehr in die erste Börsenliga an. Und er weiß auch schon wie.
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DüsseldorfDer Metro-Vorstand will nach dem Abstieg des Handelsriesen aus dem Börsenindex Dax das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen. Die Entscheidung der Deutschen Börse, Metro aus dem Börsen-Spitzensegment zu verbannen, sei „schmerzhaft“, räumte Metro-Chef Olaf Koch im Namen des Vorstands in einem Brief an die Metro-Mitarbeiter ein, der Reuters am Donnerstag vorlag.

Der Aktienkurs der Metro habe „infolge schwacher Zahlen und diverser Problemstellungen in den vergangenen zwölf Monaten stark gelitten“, schrieb der Konzernchef. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, Metro könne den Platz im Dax zurückerobern und beweisen, welche Potentiale in dem Konzern steckten. „Wir setzen den eingeschlagenen Kurs fort und konzentrieren uns konsequent auf die Steigerung des Mehrwerts für den Kunden“, unterstrich Koch. Metro wolle die „Ertragskraft nachhaltig stärken“.

Die Deutsche Börse hatte am Vorabend mitgeteilt, dass MAN und Metro ihre Plätze im Dax räumen müssen. An ihrer Stelle steigen Continental und Lanxess in den Leitindex auf. Der Handelsriese, zu dem auch die Ketten Kaufhof, Real und Media-Saturn gehören, war seit Juli 1996 Mitglied im Dax. Der Metro war der geringe Streubesitz von nur rund 40 Prozent und der Sinkflug der Aktie zum Verhängnis geworden.

Die Metro-Aktie hatte in den vergangenen Jahren auch unter zahlreichen Ankündigungen und Versprechen des Managements an die Aktionäre gelitten, die nicht eingehalten wurden. So waren etwa Gewinn- und Umsatzprognosen eingestampft worden, Verkäufe von Töchtern wurden in Aussicht gestellt, ohne dass sich diese realisieren ließen. Die Verbannung aus dem Dax könnte die Aktie nun erneut unter Druck setzen. Denn viele Fonds bilden in ihren Produkten etwa den Dax ab - sie dürften sich nun von Metro-Aktien trennen oder diese künftig nicht mehr kaufen.

Es sei Vertrauen an den Kapitalmärkten verloren gegangen, das „wir uns zurück erkämpfen müssen und können“, betonte Koch: „Dabei zählen in erster Linie operative Fortschritte.“ Der neue Metro-Chef Koch will nun gezielt den Umsatz des Konzerns ankurbeln - und gleichzeitig die Kosten drücken, um Metro profitabler zu machen.

Der Dax-Abstieg „sollte für uns eher Ansporn sein, dem Markt zu zeigen, welches Potential in der Metro steckt“, appellierte Koch an die rund 280.000 Mitarbeiter. Der Vorstand wolle nun mit „professioneller Ruhe“ seine Strategie umsetzen. „Auf dieser Basis wird auch unser Dialog mit den Kapitalmärkten stattfinden, nicht in Form einer kurzfristig orientierten Ankündigungspolitik“, unterstrich Koch und rückte damit auch von seinen Vorgängern ab. „Wir sind überzeugt, dass sich dies mittelfristig auch im Wert unserer Aktie niederschlagen wird.“

Die Anleger scheinen Koch zu vertrauen: Die Metro-Aktie legte am Morgen um knapp zwei Prozent auf über 24 Euro zu - trotz des angekündigten Dax-Abstiegs, der zum 24. September wirksam wird. Zahlreiche Analysten haben Kursziele über dem gegenwärtigen Wert der Aktie gesteckt. Exane sieht das Kursziel etwa bei 29 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • bei Metro hat dieser Abstieg NUR mit dem sehr schwachen Management zu tun

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