Nach Beinahe-Konkursantrag
AMR überrascht mit niedrigerem Verlust

Die Muttergesellschaft der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines, die AMR Corp, hat im zweiten Quartal 2003 einen niedrigeren Verlust als erwartet verzeichnet. Das Unternehmen, das in diesem Jahr einen Konkursantrag knapp abwenden konnte, wies für das zweite Quartal vor Sonderposten einen Verlust von 357 Millionen Dollar aus, nach einem Minus von 495 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Reuters DALLAS. Die AMR-Aktie reagierte mit einem starken Kursanstieg auf die Mitteilung. Das Unternehmen, das in diesem Jahr einen Konkursantrag knapp abwenden konnte, erzielte nach eigenen Angaben im Juni sogar einen kleinen Gewinn. Finanzchef Jeff Campbell sagte am Mittwoch, das Geschäftsumfeld habe sich verbessert. Es gebe einige positiven Anzeichen bei den Geschäftsreisen.

Campbell rechnet damit, dass der Rückgang des Luftfahrtverkehrs im dritten Quartal deutlich geringer sein werde als der geplante fünfprozentige Kapazitätsabbau des Unternehmens. Bei der geplanten Streichung von Flügen und der Schließung des Reservierungsbüros in St.Louis würden wahrscheinlich mehr als 2000 Stellen verloren gehen, hieß es.

AMR hatte in diesem Jahr einen Umstrukturierungsplan mit dem Ziel eingeleitet, die Kosten um vier Milliarden Dollar pro Jahr zu senken. Allein die Lohnkosten sollten um jährlich 1,8 Milliarden Dollar reduziert werden.

Im zweiten Quartal sei der Verlust vor Sonderposten auf 357 Millionen Dollar oder 2,26 Dollar je Aktie gesunken, von 495 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte AMR am Mittwoch in Dallas mit. Von Reuters Research befragte Analysten hatten im Schnitt einen Verlust von 2,65 Dollar je Aktie prognostiziert.

Nach Sonderposten betrug den Angaben zufolge der Verlust lediglich 75 Millionen Dollar oder 0,47 Dollar je Aktie. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass AMR von der US-Regierung 358 Millionen Dollar erhalten hatte. Diese Gelder sind Teil eines Hilfspakets an die US-Fluggesellschaften wegen der Kosten in Folge der Anschläge vom 11. September 2001.

American Airlines hatte im vergangenen Jahr den größten Verlust in der Luftfahrtgeschichte verzeichnet und allein im ersten Quartal eine weitere Milliarde Dollar verloren. Weltweit leiden Fluggesellschaften noch immer unter den Folgen der Anschläge vom 11. September, neue Rückschläge wie der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars kamen hinzu. Unmittelbar nach den Anschlägen in New York und Washington hatte AMR rund 20 000 der damals insgesamt mehr als 100 000 Stellen gestrichen.

Der Kurs der AMR-Aktie stieg am Mittwoch an der New Yorker Börse in einem schwächeren Marktumfeld um knapp neun Prozent auf 11,50 Dollar.

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