Nach Celesio-Verkauf: Haniel ist in Einkaufslaune

Nach Celesio-Verkauf
Haniel ist in Einkaufslaune

Nach dem Verkauf von Celesio ist die Duisburger Familien-Holding Haniel auf der Suche nach attraktiven Zukäufen. Gesucht werden Ziele mit einem „angemessenen Wertbeitrag“. Die Taschen sind tief.
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DuisburgDie Duisburger Familien-Holding Haniel ist nach dem Verkauf von Celesio in Einkaufslaune. Statt Schulden habe Haniel nun gut eine Milliarde Euro in der Kasse, um „jederzeit in neue profitable Geschäftsbereiche investieren zu können“, erklärte Vorstandschef Stephan Gemkow am Montag. Doch seien alle bisherigen Gespräche über Zukäufe ins Leere gelaufen, weil die Unternehmen - vorrangig europäische aus den Branchen leichter Maschinen- und Gerätebau und technische Dienstleistungen - nicht die Anforderungen erfüllt hätten. Haniel wolle Firmen kaufen, um sie langfristig zu halten. „Wir können uns da keine faulen Kompromisse leisten.“ Die Kandidaten-Pipeline sei aber gut gefüllt und er sei zuversichtlich, dass im laufenden Jahr „das ein oder andere gelingen wird“, so Gemkow.

Haniel wolle Mittelständler in Nischenmärkten mit Perspektive kaufen, die einen „angemessenen Wertbeitrag“ versprächen, und dies abseits des reinen Handelsgeschäfts, erläuterte Gemkow. Dabei bevorzuge Haniel nicht-börsennotierte Firmen, um sich eine deutliche Mehrheit zu sichern. „Wir sind nicht an Start-ups oder Restrukturierungsfällen interessiert.“

Haniel hat selbst Aufräumarbeiten im Portfolio hinter sich, das neben dem Rohstoffhändler ELG und der Hygiene-Tochter CWS Boco auch Beteiligungen an den börsennotierten Handelsunternehmen Metro und Takkt umfasst. Hohe Abschreibungen auf die Beteiligung Metro hatten die Duisburger 2012 tief in die roten Zahlen gerissen. Haniel packte die Entschuldung an, reduzierte die Beteiligungen an Takkt und Metro - knapp über 30 Prozent hält Haniel noch - und verkaufte den Pharmagroßhändler Celesio für zwei Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden der Holding seien damit zum Jahresende auf 647 Millionen Euro gesunken und damit niedriger als das Finanzvermögen, erklärte Gemkow. Die rund 680 Gesellschafter sollten für 2014 eine zehn Millionen höhere Dividende von 40 Millionen Euro erhalten.

Den Umsatz konnte Haniel 2014 um zehn Prozent auf knapp vier Milliarden Euro steigern. Weil Metro aber mit 14 Millionen Euro 85 Prozent weniger zum Ergebnis beisteuerte, sank der Vorsteuergewinn auf 31 von 117 Millionen Euro. Dank des Celesio-Verkaufs stieg das Nettoergebnis dennoch auf 686 von 267 Millionen Euro. Gemkow zeigte sich trotz allem zufrieden mit Metro und bekräftigte, an dem Handelsriesen festhalten zu wollen. „Die Metro ist auf einem guten Weg und wir wollen daran partizipieren.“ Der Vorstand habe die richtigen Themen angepackt. Die Aktie habe seit Jahresanfang 50 Prozent an Wert gewonnen. Die Wechselkurseinflüsse auf das Metro-Geschäft sollten auch nicht überbewertet werden. „Wir sollten uns nicht von den täglichen Rubelkursen beirren lassen“, sagte Gemkow. Er sei zuversichtlich, was den Metro-Ergebnisbeitrag 2015 angehe, und erwarte für Haniel einen deutlich höheren Vorsteuergewinn.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) hatte Metro nach einem Verlust im Vorjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Doch bereiten dem stark in Russland engagierten Konzern der Kursverfall des Rubels und der Ukraine-Konflikt Sorgen. Pläne für einen Börsengang des Großmarktgeschäfts in Russland hat Koch wegen des Ukraine-Konflikts auf Eis gelegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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