Nach Celesio-Verkauf: Haniel will mehr Marge von Metro

Nach Celesio-Verkauf
Haniel will mehr Marge von Metro

Der Mischkonzern steht nach einigen schlechten Jahren wieder besser da. Von den zwei Milliarden Euro aus dem Verkauf des Pharmahändlers Celesio will Haniel neue Firmen kaufen - vor allem „gesunde Mittelständler“.
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DuisburgDie Duisburger Familien-Holding Haniel begibt sich auf die Pirsch nach Zukäufen. „Einen großen Teil des Verkaufserlöses für Celesio in Höhe von rund zwei Milliarden Euro werden wir nutzen, um in aussichtsreiche Geschäftsmodelle zu investieren“, erklärte Haniel-Chef Stephan Gemkow im am Montag in Duisburg vorgelegten Geschäftsbericht. Haniel habe dabei Unternehmen im Blick, die „einen echten Wertbeitrag leisten können“. „Gesunde Mittelständler“ passten dabei besser zu Haniel „als börsengelistete Konzerne“.

Im vergangenen Jahr hatte Haniel Aufräumarbeiten im Portfolio geleistet, das unter anderem Beteiligung an dem Handelsriesen Metro und dem Versandhändler Takkt umfasst. Zu Haniel gehören zudem auch der Rohstoffhändler ELG und die Hygiene-Tochter CWS Boco. Das Jahr 2013 markiere einen „Wendepunkt für Haniel“, bilanzierte Gemkow. Im vergangenen Jahr verdiente Haniel nach Steuern 267 Millionen Euro, 2012 stand noch ein Minus von 1,7 Milliarden Euro in den Büchern. Per Ende 2013 sanken zudem die Nettofinanzschulden von 2,2 Milliarden Euro auf knapp 1,6 Milliarden Euro.

Hohe Abschreibungen auf die Beteiligung am Handelsriesen Metro hatten Haniel 2012 tief in die roten Zahlen gerissen, die rund 650 Haniel-Gesellschafter mussten danach erstmals auf eine Ausschüttung verzichten. Nach den Aufräumarbeiten sei Haniel nun „für die Zukunft gut gerüstet“, unterstrich Gemkow. 2014 peilt er ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine deutliche Gewinnsteigerung an.
Gleichzeitig erwartet Haniel aber auch eine Verbesserung der Marge beim Metro-Konzern. „Bei Metro erwarten wir Wachstum und Margenverbesserungen, die sich (..) in steigenden Aktienkursen spiegeln sollen“, sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow am Montag in Duisburg der Nachrichtenagentur Reuters. Es bleibe abzuwarten, ob Metro-Chef Koch dies erreichen könne. Koch habe aber in der Vergangenheit „erhebliche Erfolge bei der Stabilisierung und Konsolidierung“ der Metro erzielt. Nun müsse sich zeigen, ob Metro auf Wachstumskurs steuere. Haniel sei ein „normaler, rationaler Investor“, der in die Zukunft gerichtet agiere.

Gemkow betonte zugleich, dass Haniel seinen Metro-Anteil von knapp über 30 Prozent nicht weiter abschmelzen wolle: „Wir haben ein Interesse daran, es dabei zu belassen“, unterstrich er. Dies sei aber nicht für alle Zeiten in Stein gemeißelt, signalisierte Gemkow: „Wenn sie ein Portfoliounternehmen sind, gehört dazu auch der Handel mit Unternehmen auf mehrjähriger Basis.“ Derzeit sehe Haniel aber „Wertsteigerungspotenzial“ bei der Düsseldorfer Beteiligung - so sei ein Aktienkurs von 40 Euro bei der Metro eine „faire Bewertung“. Davon ist die Metro-Aktie aber noch weit entfernt.

Mit Blick auf die wegen der Krim-Krise auf Eis gelegten Überlegungen, das Russland-Geschäft der Metro-Großmärkte an die Börse zu bringen, sagte Gemkow, der Plan sei nicht endgültig zu den Akten gelegt. Er wisse aber nicht, wann die Metro eine neue Bewertung vornehmen wolle. Metro-Chef Koch hatte einen Börsengang unter anderem von einem stabilen Marktumfeld abhängig gemacht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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