Nach dem Schlecker-Aus

Merkel bietet Unterstützung an

Ladenschluss bei Schlecker: Die Drogeriekette macht nach dem Ausverkauf dicht, 13.762 Mitarbeiterinnen sollen noch im Juni ihre Kündigung erhalten. Bundeskanzlerin Kanzlerin Merkel kündigt ihre Unterstützung an.
Update: 01.06.2012 - 20:20 Uhr 24 Kommentare

Merkel sagt Schlecker-Beschäftigten Hilfe zu

Nach monatelangem Bangen ist die insolvente Drogeriekette Schlecker am Ende. Das Unternehmen wird zerschlagen, fast alle Filialen geschlossen und mehr als 13.000 Schlecker-Frauen auf die Straße gesetzt. Dies beschlossen die Gläubiger des Unternehmens am Freitag, nachdem sie das letzte verbliebene Übernahmeangebot als nicht akzeptabel zurückgewiesen hatten.

Der letzte Kaufinteressent habe finanziell und konzeptionell „keine Offerte im akzeptablen Bereich“ vorgelegt, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach der Gläubigerversammlung in Berlin. Der US-deutsche Investor Nicolas Berggruen wiederum, der bereits die Kaufhaus-Kette Karstadt vor der Pleite gerettet hatte, zog sein Angebot „gestern Nacht“ zurück, wie Geiwitz während einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte.

Berggruen forderte demnach einen großen Rabatt auf den Kaufpreis, um Kündigungsschutz-Klagen finanziell abpuffern zu können. Zudem habe er „negative“ Auswirkungen auf seine Aktivitäten in Deutschland durch womöglich unpopuläre Entscheidungen bei Schlecker gefürchtet, sagte Geiwitz.

Merkel kündigt Hilfe bei Job-Suche an

Die meisten Mitarbeiter sollen ihre Kündigungen bis Ende Juni erhalten. Geiwitz will nun Gespräche über einen Sozialplan aufnehmen. In einem Brief an die Beschäftigten appelliert er an diese, bis zum Schluss durchzuhalten. „Uns ist vollkommen klar, dass dies für Sie persönlich, wie auch Ihre Familien, eine extrem belastende Situation ist, die mit Unsicherheiten und möglicherweise auch Wut verbunden ist“, schreibt Geiwitz laut „Stuttgarter Nachrichten“. In dem Schreiben heißt es weiter: „Trotzdem möchten wir Sie eindringlich bitten, den Ausverkauf und die ordnungsgemäße Umsetzung nach Kräften zu unterstützen. Insbesondere, um die Verbindlichkeiten gegenüber den Mitarbeitern wie auch anderen Gläubigern bedienen zu können, braucht das Unternehmen auch die Erlöse aus dem Ausverkauf.“

Geiwitz warnt die Mitarbeiter davor, nach Bekanntgabe der Zerschlagung ihren Pflichten nicht mehr nachzukommen. "Zum Schutz unserer vielen loyalen Mitarbeiter müssen wir darauf hinweisen, dass Ihr Arbeitsvertrag mit all seinen Rechten und Pflichten nach wie vor Bestand hat und die Insolvenzverwaltung verpflichtet ist, jedweden Unregelmäßigkeiten und Gesetzesverstößen genau nachzugehen."

Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von der „größten Insolvenz in der Geschichte“ der Bundesrepublik. Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Beschäftigten Hilfe bei der Arbeitssuche zugesagt. „Wir werden über die Bundesagentur für Arbeit und natürlich vor allem über die regionalen Arbeitsämter sicherlich alles daran setzen, dass die Beschäftigen die Chance bekommen, schnell wieder eine Arbeit bekommen“, sagte Merkel am Freitag in Berlin.

„Ich glaube, es geht jetzt vor allem um die Menschen, insbesondere Frauen, die darauf hoffen, wieder eine Arbeit zu bekommen.“ Dabei sei im Augenblick sicherlich vieles möglich, sagte sie mit Blick auf den derzeitigen Arbeitsmarkt.

Die Kanzlerin ließ keine Bereitschaft zu einem anderweitigen Engagement der Bundesregierung für die Schlecker-Beschäftigten erkennen: „Wir müssen die Entscheidung zur Kenntnis nehmen, die die Gläubiger gefällt haben.“

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24 Kommentare zu "Nach dem Schlecker-Aus: Kanzlerin Merkel will bei der Job-Suche helfen"

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  • Dann werd' ich sie morgen schon mal anrufen :-)))

  • Komisch , irgend etwas stimmt da nicht , alles wird gerettet , banken , griechenland , spanien usw. warum wird schlecker nicht mit einem kredit gerettet ? irgend was stimmt da nicht frau merkel ...

  • Sie müssen sich keine Gedanken machen, sie werden mit solchen innovativen Ideen und Ihrer Fähigkeit vernetzt zu denken, leider, leider nicht durchkommen. Neid-Diskussionen sind wichtiger, dabei hat noch keiner der Kommentatoren hier selbst auch nur einen Cent nach Frankreich oder Griechenland überweisen müssen. Um bei diesen persönlichen Neid-Einstellungen bleiben zu können, schaut man sich auch besser nicht die tatsächlichen Geldbewegungen, inkl. Zinsen an, und auch nicht wer damit bis jetzt am meisten verdient hat. Hauptsache ich, so ist Schlecker auch pleite gegangen. Und man nimmt sogar den Politikern übel, wenn sie sich gerade aktuell für eine Gruppe, nämlich denen die jetzt damit arbeitslos werden, kurzzeitig schnellere Bearbeitung zusagt.

  • Also jetzt lassen wir doch mal die Kirche im Dorf: viele Frauen wissen, dass sie ihre Arbeit verlieren werden. So etwas hat im Allgemeinen Konsequenzen. Den Frauen eine Unterstützung zu versprechen, ist doch zumindest ein Zeichen, dass sie nicht völlig egal sind. Ausserdem ist die Situation bei einer Massenentlassung anders. Auf einmal kommen viele Leute mit derselben Berufserfahrung auf den Arbeitsmarkt, dies hat eine total andere Situation bzgl. der Konkurrenz zur Folge.
    Persönlich würde ich probieren zwei Dinge zu verbinden: den Mangel an Arbeitskräften in Kindergärten und eben diese Frauen, wovon sicherlich einige geeignet wären, um als Hilfskräfte in einem Kindergarten mitzuhelfen. Das in Kombination mit einer Ausbildung über fachliche Aspekte und man könnte den Personalmangel in Kindergärten vermindern, wobei gute Sprachkenntnisse allerdings eine Grundvoraussetzung sind, da dies eine wichtige Phase der Sprachentwicklung ist.

  • Merkel will persönlich helfen? - Ach, hoffentlich kann sie alle Mitarbeiter von Schlecker im Kanzleramt unterbringen, wenn sie dort demnächst einen Drogeriesupermarkt eröffnet.

  • hilfe extra von der arge?? sie meint doch nicht etwa vom steuerzahler die tollen bewerbungstrainingsmaßnahmen die bis zu 8 wochen einen aufgebrummt werden?! wo eine dozentin 15 minuten braucht um ein digitales bewerbungsfoto auf den im gespeicherten dig. medium, einzufügen?! die noch nicht mal die vermittlungsvorschlagbriefe von der arge kennen?!

  • "„Wir werden über die Bundesagentur für Arbeit und natürlich vor allem über die regionalen Arbeitsämter sicherlich alles daran setzen, dass die Beschäftigen die Chance bekommen, schnell wieder eine Arbeit bekommen“, sagte Merkel am Freitag in Berlin."

    sagt die schwarze Witwe aus der Uckermark, die sich ihre Vergütung mal eben um 1000 Euronen monatlich erhöht hat. Für 1000 Euronen brutto stehen Leiharbeiter reihenweise früh um 5 auf, rackern und schaffen 8 und mehr Stunden täglich und tragen ihre Fahrtkosten noch obendrauf.

    Madame Merkel, Schlecker ist EU in kleinem Kreis. Es zahlen immer nur die Kleinen. Pfui Teufel!!!

  • Ich frage mich allen Ernstes, was diese sau-blöden Sprüche von Merkel, nachdem Schlecker endgültig pleite gegangen ist, sollen? Vorher hätte diese "Fast-russische-Zonenwachtel" die Möglichkeit gehabt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Schlecker zu helfen. Nun kommt dieses kleine Mädchen aus dem Osten (Originalton Helmut Kohl) und vergießt Krokodilstränen. Ich bin heilfroh, wenn dieses schwarz/gelbe Pack im nächsten Jahr in die Wüste geschickt wird. Ich kann diese Merkel-Fresse nicht mehr sehen! Ab zurück in die Uckermark - Zeit wird's allemal! Basta!

  • @Markt_ist_nicht_nur_Schlecker

    Zitat:"Den Vergleich mit französischen Bänkern werde ich nicht kommentieren, dazu fehlt mir die Phantasie wie ich Sie aus der Traumwelt holen soll."

    Nein, nicht an Phantasie. Es mangelt ihnen an Gerechtigkeit und Moral!

  • sie soll sich besser um den Euro kümmern.

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