Nach dem Schlecker-Aus
Kanzlerin Merkel will bei der Job-Suche helfen

Ladenschluss bei Schlecker: Die Drogeriekette macht nach dem Ausverkauf dicht, 13.762 Mitarbeiterinnen sollen noch im Juni ihre Kündigung erhalten. Bundeskanzlerin Kanzlerin Merkel kündigt ihre Unterstützung an.
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Nach monatelangem Bangen ist die insolvente Drogeriekette Schlecker am Ende. Das Unternehmen wird zerschlagen, fast alle Filialen geschlossen und mehr als 13.000 Schlecker-Frauen auf die Straße gesetzt. Dies beschlossen die Gläubiger des Unternehmens am Freitag, nachdem sie das letzte verbliebene Übernahmeangebot als nicht akzeptabel zurückgewiesen hatten.

Der letzte Kaufinteressent habe finanziell und konzeptionell „keine Offerte im akzeptablen Bereich“ vorgelegt, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach der Gläubigerversammlung in Berlin. Der US-deutsche Investor Nicolas Berggruen wiederum, der bereits die Kaufhaus-Kette Karstadt vor der Pleite gerettet hatte, zog sein Angebot „gestern Nacht“ zurück, wie Geiwitz während einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte.

Berggruen forderte demnach einen großen Rabatt auf den Kaufpreis, um Kündigungsschutz-Klagen finanziell abpuffern zu können. Zudem habe er „negative“ Auswirkungen auf seine Aktivitäten in Deutschland durch womöglich unpopuläre Entscheidungen bei Schlecker gefürchtet, sagte Geiwitz.

Merkel kündigt Hilfe bei Job-Suche an

Die meisten Mitarbeiter sollen ihre Kündigungen bis Ende Juni erhalten. Geiwitz will nun Gespräche über einen Sozialplan aufnehmen. In einem Brief an die Beschäftigten appelliert er an diese, bis zum Schluss durchzuhalten. „Uns ist vollkommen klar, dass dies für Sie persönlich, wie auch Ihre Familien, eine extrem belastende Situation ist, die mit Unsicherheiten und möglicherweise auch Wut verbunden ist“, schreibt Geiwitz laut „Stuttgarter Nachrichten“. In dem Schreiben heißt es weiter: „Trotzdem möchten wir Sie eindringlich bitten, den Ausverkauf und die ordnungsgemäße Umsetzung nach Kräften zu unterstützen. Insbesondere, um die Verbindlichkeiten gegenüber den Mitarbeitern wie auch anderen Gläubigern bedienen zu können, braucht das Unternehmen auch die Erlöse aus dem Ausverkauf.“

Geiwitz warnt die Mitarbeiter davor, nach Bekanntgabe der Zerschlagung ihren Pflichten nicht mehr nachzukommen. "Zum Schutz unserer vielen loyalen Mitarbeiter müssen wir darauf hinweisen, dass Ihr Arbeitsvertrag mit all seinen Rechten und Pflichten nach wie vor Bestand hat und die Insolvenzverwaltung verpflichtet ist, jedweden Unregelmäßigkeiten und Gesetzesverstößen genau nachzugehen."

Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von der „größten Insolvenz in der Geschichte“ der Bundesrepublik. Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Beschäftigten Hilfe bei der Arbeitssuche zugesagt. „Wir werden über die Bundesagentur für Arbeit und natürlich vor allem über die regionalen Arbeitsämter sicherlich alles daran setzen, dass die Beschäftigen die Chance bekommen, schnell wieder eine Arbeit bekommen“, sagte Merkel am Freitag in Berlin.

„Ich glaube, es geht jetzt vor allem um die Menschen, insbesondere Frauen, die darauf hoffen, wieder eine Arbeit zu bekommen.“ Dabei sei im Augenblick sicherlich vieles möglich, sagte sie mit Blick auf den derzeitigen Arbeitsmarkt.

Die Kanzlerin ließ keine Bereitschaft zu einem anderweitigen Engagement der Bundesregierung für die Schlecker-Beschäftigten erkennen: „Wir müssen die Entscheidung zur Kenntnis nehmen, die die Gläubiger gefällt haben.“

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  • Dann werd' ich sie morgen schon mal anrufen :-)))

  • Komisch , irgend etwas stimmt da nicht , alles wird gerettet , banken , griechenland , spanien usw. warum wird schlecker nicht mit einem kredit gerettet ? irgend was stimmt da nicht frau merkel ...

  • Sie müssen sich keine Gedanken machen, sie werden mit solchen innovativen Ideen und Ihrer Fähigkeit vernetzt zu denken, leider, leider nicht durchkommen. Neid-Diskussionen sind wichtiger, dabei hat noch keiner der Kommentatoren hier selbst auch nur einen Cent nach Frankreich oder Griechenland überweisen müssen. Um bei diesen persönlichen Neid-Einstellungen bleiben zu können, schaut man sich auch besser nicht die tatsächlichen Geldbewegungen, inkl. Zinsen an, und auch nicht wer damit bis jetzt am meisten verdient hat. Hauptsache ich, so ist Schlecker auch pleite gegangen. Und man nimmt sogar den Politikern übel, wenn sie sich gerade aktuell für eine Gruppe, nämlich denen die jetzt damit arbeitslos werden, kurzzeitig schnellere Bearbeitung zusagt.

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