Nach den Anschlägen in Brüssel
Lufthansa streicht bis Sonntag alle Brüssel-Flüge

Eine Woche nach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt bleibt der Brüsseler Flughafen geschlossen. Die Lufthansa streicht insgesamt 265 Flüge und auch die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines fährt Verluste ein.

Frankfurt/BrüsselNach den Anschlägen in Belgien fliegt die Lufthansa weiterhin nicht nach Brüssel. Die Airline streiche auch von Donnerstag bis einschließlich Sonntag alle Verbindungen von und nach Brüssel, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag mit.

Inklusive des Zeitraums vom 22. bis zum 30. März dürften dann bis zum 3. April insgesamt 265 Flüge aus Frankfurt und München dorthin ausfallen. Hiervon seien rund 19.600 Lufthansa-Kunden betroffen. Seit dem 24. März gibt es einen Shuttlebusverkehr des Dax-Konzerns zwischen dem Flughafen Frankfurt und Brüssel, um einen verlässlichen Transport anzubieten.

Unterdessen steigen bei der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines seit dem Anschlag auf den Heimatflughafen die Verluste. Die Schließung des Airports Brüssel vor einer Woche koste das Unternehmen am Tag fünf Millionen Euro, sagte ein Brussels-Airlines-Sprecher.

Neben den Umsatzausfällen setzten Brussels auch die Extraausgaben für die Umorganisation des Flugbetriebs zu. „Wir haben auf einen Schlag unsere Heimatbasis in Brüssel verloren.“ Im kleinen Belgien seien die Ausweichmöglichkeiten mit den Regionalflughäfen Antwerpen und Lüttich, die nun für Europaflüge genutzt werden, begrenzt.

Zudem seien vor allem Langstreckenjets an die Airports Frankfurt und Zürich verlegt worden. Die Crews müssten von Belgien eingeflogen werden. Dank der Maßnahmen könnte derzeit die Hälfte der üblicherweise 200 am Tag geplanten Flüge abheben. Insgesamt zählt Brussels 48 Maschinen, davon acht Langstrecken-Jets. Brussels steckt seit längerem in der Sanierung und schrieb voriges Jahr zwölf Millionen Euro Gewinn.

Vor einer Woche waren in der Abflughalle zwei Bomben explodiert. Der Flughafen Brüssel ist seitdem geschlossen. Der Betreiber arbeitet daran, den Terminal so schnell wie möglich wieder zu öffnen und führte deshalb am Dienstag Testläufe durch. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könnten etwa 20 Prozent des Betriebes frühestens ab Mittwoch anlaufen, sagte eine Sprecherin des Flughafens.

Durch die Anschläge kamen mindestens 35 Menschen ums Leben. Kurz nach der Explosion am Flughafen sprengte sich in einer Metro-Station ein weiterer Selbstmordattentäter in die Luft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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