Nach den Umsatzeinbußen im zweiten Halbjahr
Mövenpick will weiter Restaurants schließen

Der Schweizer Hotel- und Gastronomiekonzern Mövenpick hat im ersten Halbjahr 2003 unter der Konsum- und Reiseflaute gelitten und erneut niedrigere Umsätze verzeichnet. Nur durch den Verkauf der Eiscreme-Sparte an Nestle konnte die Gruppe einen Konzerngewinn von 155,7 Millionen sfr verzeichnen, wie Mövenpick am Mittwoch mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte das Unternehmen einen Verlust von 13,0 Millionen sfr verbucht.

Reuters ZÜRICH. Der Umsatz der Mövenpick Gruppe schrumpfte bereinigt um den Verkauf von Geschäftsaktivitäten und Betriebsschliessungen in den ersten sechs Monaten um sechs Prozent auf 353,7 Millionen sfr. Besonders im ersten Quartal 2003 hätten die Mövenpick Hotels und Restaurants die Auswirkungen des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit SARS wie auch die weltweite Konjunkturflaute zu spüren bekommen, hiess es weiter. Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) rutschte tiefer in die roten Zahlen und betrug minus 13,1 (Vorjahresperiode minus 2,5) Millionen sfr. Ohne eingeleitete Sparmassnahmen wäre das operative Ergebnis noch deutlich tiefer ausgefallen, so Mövenpick.

Wegen des weiterhin unsicheren Konsumverhaltens und flauen Tourismus gibt Mövenpick keinen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte. Die Gruppe will jedoch vor allem im Gastronomie-Bereich weitere Betriebe aufgeben. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten sechs Restaurants, die Mehrzahl in deutschen Städten, geschlossen werden. Mövenpick Restaurants an Autobahnen sollen dagegen weiter ausgebaut werden; hier sind fünf neue Betriebe geplant beziehungsweise schon eröffnet.

Insgesamt belief sich der Umsatz der Mövenpick Gastronomie im Halbjahr auf 238,6 (Vorjahresperiode 280,3) Millionen sfr. Im Hotelbereich erzielte die Gruppe Verkäufe von 191,3 (188,3) Millionen sfr.

Im Nahrungsmittel- und Getränkebereich verbuchte Mövenpick bereinigt um Veräusserungen 81,4 (94,5) Millionen sfr. Das zurückhaltende Konsumverhalten habe sich auch auf das Weingeschäft ausgewirkt, hiess es. Dank zusätzlicher Angebote im unteren Preisbereich konnte der Umsatz in den deutschen Mövenpick Weinläden jedoch zulegen. Ursprünglich hatte Mövenpick das Weingeschäft verkaufen wollen, im April jedoch nach Prüfung der Angebote an dem Bereich fest gehalten.

Aus Veräusserungen nahm die Gruppe in den ersten sechs Monaten nach eigenen Angaben insgesamt 205,6 Millionen sfr ein. Über den Preis für den Verkauf des Mövenpick-Eiscremegeschäfts an Nestle im Frühjahr war bislang nur spekuliert worden; er dürfte bei den Devestitionsgewinnen den Löwenanteil ausmachen.

An der Schweizer Börse legten die Mövenpick-Namenaktien bis gegen zehn Uhr bei dünnen Umsätzen um 0,3 Prozent auf 165,00 sfr zu. Die Liquidität der Aktien ist gering.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%