Nach der Air-Berlin-Insolvenz
Niki Lauda will seine Airline zurück

In einem Brief an den Insolvenzverwalter von Air Berlin zeigt Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda Interesse am Tochter-Unternehmen Niki. Der Ex-Rennfahrer hatte den Konzern einst selbst gegründet.
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FrankfurtEx-Rennfahrer und Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda hat ein Auge auf die von ihm selbst gegründete Air-Berlin-Tochter Niki geworfen. Er habe einen Brief an den Insolvenzverwalter von Air Berlin geschrieben, in dem er sein Interesse bekunde, sagte Lauda der österreichischen „Kronen-Zeitung“. „Jetzt bin ich gespannt, was passiert, ob ich überhaupt zu den Verhandlungen eingeladen werde.“

Er wolle die gleiche Chancen wie die Lufthansa, die einen Einstieg bei der insolventen Air Berlin „von langer Hand geplant“ habe. Zunächst wolle Lauda einen Blick in die Bücher werfen. „Erst dann könnte man logischerweise entscheiden, ob es einen Sinn macht, Niki wieder zu übernehmen.“

Derzeit laufen Verhandlungen über eine Zerschlagung von Air Berlin. Einem Insider zufolge bietet die Lufthansa einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag für bis zu 90 der insgesamt 140 Flugzeuge. Auch Condor und EasyJet gehören zu den Interessenten von Teilen der Airline. Der irische Billigflieger Ryanair und der Luftfahrt-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl kündigten an, Air Berlin komplett übernehmen zu wollen.

Beide kritisierten, dass die Lufthansa im Verkaufsprozess bevorzugt behandelt werde. Derzeit wird der Flugbetrieb von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft mit einem staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro aufrechterhalten.

Die Bundesregierung setzt auf rasche Ergebnisse der Übernahmegespräche bei der insolventen Air Berlin. „Wir warten jetzt mal ab und hoffen, dass es schnell geht“, sagte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Samstag in Berlin.

Vor einer Woche hatte Zypries allerdings erklärt, sie würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernehmen würde. Air Berlin äußerte sich am Wochenende nicht dazu, mit welchen möglichen Partnern derzeit Gespräche geführt werden - auch nicht dazu, wie nahe man dabei einer Lösung ist. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sprach sich für eine Übernahme durch die Lufthansa aus. „Ich bin dafür, im Rahmen des Rechts die Lufthansa zu stärken. Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach der Air-Berlin-Insolvenz: Niki Lauda will seine Airline zurück"

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  • Was NIKI LAUDA will interessiert den Aufsichtsstellen Europas nicht !!!

    EUROPA SINKT IMMER MEHR IN KORRUPTION !!!

    Mal sehen für wie viel weiteres Europäischer Union Korruption die Auflösung von AIR BERLIN Platz bietet !!!

    :-)))))))

  • habe ich was nicht mitbekommen oder gilt freie Marktwirtschaft nicht mehr? Was zahlt LH den Politkern dass sie sich so für LH aussprechen?
    Klar, den Berichten zufolge und so wie es dargestellt wird, wird (nur) das fliegende Personal übernommen, aber gilt das bei den anderen nicht?

    O´Leary hatte schon Recht mit seinen Aussagen dass LH hier der Hof gemacht wird, auf jeden Fall ist es kein fairer Wettbewerb. Dabei ist die LH wieder die erste die rumheult wenn Ryanair neue Strecken aufmacht, was ein geheule als die in Frankfurt gestartet sind...

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