Nach der Air-Berlin-Übernahme Easyjet will mehr fürs Flugticket

Easyjet profitiert offenbar von der schwächelnden Konkurrenz: Nach dem Aus von Air Berlin und Monarch setzt der Billigflieger auf steigende Ticketpreise. Im Januar will er in Berlin Tegel starten.
Update: 21.11.2017 - 11:32 Uhr 1 Kommentar
Easyjet will mehr fürs Flugticket Quelle: Reuters
Easyjet

Der Billigflieger hat für 40 Millionen Euro Teile von Air Berlin übernommen. Dieses Engagement am Berliner Flughafen Tegel werde unter dem Strich auf einen Verlust von 60 Millionen Pfund hinauslaufen.

(Foto: Reuters)

LondonDer britische Billigflieger Easyjet setzt auf steigende Ticketpreise und will damit die Kosten der Air-Berlin-Übernahme abfedern. Die Fluggesellschaft rechnet im laufenden Quartal mit positiver Preisentwicklung sowie besserer Auslastung und begründet dies auch mit dem Ausscheiden mehrerer Wettbewerber, wie Easyjet am Dienstag mitteilte.

Die bisher zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte Ende Oktober den Flugbetrieb in eigener Regie eingestellt und auch der insolvente britische Ferienflieger Monarch ist vom Markt verschwunden. Der größere Rivale Ryanair Tausende Flüge streichen.

Diese Billigflieger erobern Europa
Platz 15: Volotea
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Der Markt für Billigflieger wächst – in Deutschland wie auch in Europa. Zudem sind die Airlines auf Konsolidierungskurs, kleine Linien verschwinden zunehmend, die Branchengrößen wachsen teils deutlich.. Auf Platz 15 der größten Low-Cost-Fluggesellschaften liegt Volotea. Im Januar 2017 verzeichneten die Spanier 228 Starts, auf 82 Strecken verfügten sie über 28.474 Sitze.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Januar 2017

Platz 14: Jet2.com
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Eine Billig-Fluggesellschaft mit Tradition: Die Briten mit Sitz in Leeds gingen 2002 aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor. 2014 wurde das Portfolio um Langstreckenflüge nach Nordamerika erweitert. Im Januar flog Jet2.com 142 Strecken an, bei 57.198 Sitzen und 330 Starts.

Platz 13: Pobeda
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Der Billigflieger, eine hundertprozentige Tochter der größten russischen Airline Aeroflot, nahm erst im Dezember 2014 seinen Dienst auf. Seit 2016 werden in Deutschland Köln/Bonn und Memmingen angeflogen. Pobeda bedeutet auf Deutsch schlicht „Sieg“ – von diesem ist die Airline im Ranking aber ein gutes Stück entfernt. Im Januar 2017 startete Pobeda 370 Mal, auf 61 geflogenen Strecken boten die Russen 69.930 Plätze an.

Platz 12: Blue Air
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542 Starts, 86.995 Plätze, 131 Strecken: Das sind die Daten des rumänischen Billig- und Charterfliegers Blue Air mit Sitz in Bukarest. Die 2004 gegründete Airline legt besonders großen Stellenwert auf die Inlandsverbindungen, bei ihrer Gründung wurde sie bewusst als Alternative zu den schlechten Straßen- und Eisenbahnverbindungen Rumäniens konzipiert.

Platz 11: Air Baltic
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Air Baltic hat bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich – bei ihrem Start 1995 verfügte die Billigfluggesellschaft über genau eine einzige Maschine, eine Saab 340. Nach einem aufsehenerregenden Kleinkrieg mit der Regierung musste die Airline 2011 schließlich Insolvenz anmelden und wurde verstaatlicht. Im Januar 2017 starteten Air-Baltic-Maschinen 737 Mal, flogen 85 Strecken und boten 67.766 Sitze an.

Platz 10: Transavia
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Als Transavia Limburg, später Transavia Holland 1965 gegründet, sind die Niederländer mit Sitz in Haarlemmermeer heute eine Tochter von Air France. Die Billig-Airline unterhält noch bis Oktober einen Stützpunkt auf dem Flughafen München. Im Januar wurden von Transavia bei 897 Starts mit 161.373 Sitzen insgesamt 211 Strecken geflogen.

Platz 9: Aer Lingus
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Die nationale Fluggesellschaft Irlands wurde 1936 noch als Aer Lingus Teoranta gegründet, seit September 2015 ist sie eine Tochter der International Airlines Group (IAG), eine Holding mit Sitz in Madrid. Im Januar starteten die Iren 1412 Mal, bedienten 138 Strecken und verfügten über 179.881 Sitze.

Im Januar will Easyjet den Platz von Air Berlin am Berliner Flughafen Tegel einnehmen und dort erste Flüge anbieten. „Wir sind dann die führende Kurzstrecken-Airline in Schönefeld und Tegel“, sagte Vorstandschefin Carolyn McCall. Welche Ziele jeweils von welchem Berliner Flughafen angeflogen werden, ließ das Unternehmen noch offen.

Easyjet hat für 40 Millionen Euro Teile von Air Berlin übernommen. Dieses Engagement am Berliner Flughafen Tegel werde in dem im September 2018 zu Ende gehenden Geschäftsjahr unter dem Strich auf einen Verlust von 60 Millionen Pfund hinauslaufen, erklärte Easyjet. Die Einmalbelastungen etwa für das Umlackierungen von Flugzeugen oder das Training von Crews bezifferte das Unternehmen auf 100 Millionen Pfund (rund 112 Millionen Euro). Die Briten leasen im Rahmen des Anteilskaufs von Air Berlin bis zu 25 A320-Flugzeuge und erwerben Start- und Landerechte. Es sollen rund 1000 Stellen in Berlin ausgeschrieben werden.

Im Gesamtjahr 2017 (per Ende September 2017) sank der Vorsteuergewinn von Easyjet um gut 17 Prozent auf 408 Millionen Pfund und lag damit in der angepeilten Spanne von 405 bis 410 Millionen Pfund. Die Briten bezifferten die Effekte durch die schwache Währung auf 101 Millionen Pfund.

Der Umsatz pro Sitzplatz dürfte im ersten Halbjahr unter anderem wegen der aus dem Markt verschwundenen Anbieter im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Bei der angepeilten Kapazitätsausweitung ist die Übernahme der Air-Berlin-Aktivitäten am Berliner Flughafen Tegel noch nicht enthalten.

Die scheidende Konzernchefin Carolyn McCall sprach von einem „robusten“ Ergebnis in einem für die Branche schwierigen Jahr. Sie betonte, die Zahl der Passagiere sei um rund zehn Prozent auf den Rekordwert von 80 Millionen gestiegen. Zudem habe der Umsatz um acht Prozent auf fünf Milliarden Pfund zugelegt. Die Easyjet-Aktien stiegen um bis zu 4,2 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Londoner Auswahlindex FTSE. Die Papiere des Erzrivalen Ryanair gewannen 2,4 Prozent.

Der langjährige Tui-Manager Johan Lundgren übernimmt am 1. Dezember den Steuerknüppel bei Easyjet und löst die seit 2010 amtierende McCall ab. Sie wechselt am Jahresende als Chefin zum britischen Privatsender ITV.

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1 Kommentar zu "Nach der Air-Berlin-Übernahme: Easyjet will mehr fürs Flugticket"

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  • Das geht gar nicht! Wie kann nur Easyjet von der Air Berlin Pleite profitieren? Das macht man nicht, man erhöht nicht einfach die Preise!

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