Nach der Anzeige

Wallraff freut sich auf den Zalando-Prozess

Wegen des „Verrats von Geschäftsgeheimnissen“ hat Zalando eine Reporterin angezeigt, die verdeckt in einem Logistiklager recherchiert hatte. Ihr Mentor Günter Wallraff gibt der Journalistin Rückendeckung.
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Journalist Günter Wallraff mit Kollegin Caro Lobig in der der RTL-Dokumentation. (Screenshot)

Journalist Günter Wallraff mit Kollegin Caro Lobig in der der RTL-Dokumentation. (Screenshot)

DüsseldorfDruck von Vorgesetzten und gesundheitliche Ausbeutung bis an die Leistungsgrenze – die Enthüllungen der 21-jährigen Reporterin Caro Lobig im Erfurter Logistikzentrums des Online-Shops Zalando sorgen im Netz und in den Medien für ein gewaltiges Echo. Und auch juristisch bleiben die Recherchen nicht folgenlos. Wegen des „Verdachts des Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ ermittelt die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen die Journalistin. Zalando hatte eine Anzeige erstattet, nachdem die Reporterin enttarnt worden war.

Für Lobigs Mentor, den erfahrenen Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff, ist die Klage „völliger Irrsinn“. Lobig habe nie die Absicht gehabt, „Betriebsgeheimnisse in die Öffentlichkeit zu tragen“, sondern arbeitsrechtliche Missstände offenzulegen, erklärt Wallraff im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Für die RTL-Sendung „Extra“ hatte die Reporterin drei Monate verdeckt in einem Logistiklager des Textilriesen gearbeitet. Nach ihren Recherchen soll Zalando massiv gegen das Arbeitsrecht verstoßen haben.

Gemeinsam mit Wallraff hatte sich die 21-jährige Journalistin auf diese Recherche vorbereitet. Lobig hatte sich zuvor auf ein Stipendium beworben, das der Journalist vergibt, um junge Reporter bei der investigativen Recherche zu unterstützen. „Sie ist sehr talentiert und lernfähig“, lobt Wallraff. Ihre geringe Erfahrung hält er sogar für einen Vorteil: „Im Gegensatz zu manchem älteren Kollegen ist sie keiner Ideologie verhaftet und bringt jede Menge Idealismus mit.“ Sie sei bei ihrer Recherche „in jeder Hinsicht“ unabhängig gewesen.

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6 Kommentare zu "Nach der Anzeige: Wallraff freut sich auf den Zalando-Prozess"

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  • Wie hat denn der liebe Wallraff seine "Stipendiatin" bezahlt ? Oder musste die mit dem Zalandogehalt auskommen.
    Meist machen Arbeiten mit "geringer Erfahrung" ja die Anfänger in Form eine unbezahlten Praktikums.

    Ich sehe den Prozess als nicht so leicht zu gewinnen an. Denn die investigative Journalistin war Keine. Sie kann man eher als Werkspion betrachten die einen Video gedreht hat, den dann ein Journalist erst noch auswerten musste.

  • Naja, gegen Zalando kann sich jeder ganz einfach wehren: Klamotten bestellen, mehrere Wochen lang tragen und kostenlos zurücksenden. Pro Kleidungsstück kostet Zalando das 20 bis 50 Euro.

  • "Wer mit ZALONDO-Klamotten und Schuhen rumläuft, wird mittlerweile verächtlich angesehen. "
    Echt? Woran erkennt man denn die Zalando-Klamotten? Steht da groß und fett Zalando drauf? Ist mir noch garnicht aufgefallen!

  • Naja wenn Zalando sich darauf einlässt, werden sie schon einen Grund dafür haben. Ich denke die Verhältnisse bei Zalando, Amazon, Kick, Lidl, usw. sind alle gleich bescheiden. Eine Menschenwürde Bezahlung und ein Menschenwürdiger Umgang mit den Angestellten, sollte für Alle geregelt werden und nicht Einzelfälle an den Pranger gestellt werden. [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wer mit ZALONDO-Klamotten und Schuhen rumläuft, wird mittlerweile verächtlich angesehen.

    Schön wär es, aber der Masse ist das leider egal. Hauptsache billig.

  • Wer mit ZALONDO-Klamotten und Schuhen rumläuft, wird mittlerweile verächtlich angesehen.

    Schön wär es, aber der Masse ist das leider egal. Siehe Amazon.

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