Nach einem schwierigen Geschäftsjahr
Air France blickt optimistisch in die Zukunft

Die mit der niederländischen KLM fusionierte Fluggesellschaft Air France erwartet nach einem Gewinnrückgang 2003/04 im laufenden Jahr einen deutlich höheren operativen Gewinn. Die französische Airline konnte dank Kostensenkungen ihren Gewinnrückgang eingrenzen und dadurch die Erwartungen von Analysten übertreffen.

HB PARIS. Vor allem der Irak-Krieg, die Lungenkrankheit Sars in Asien und Streiks der französischen Fluglotsen hätten das Ergebnis belastet, teilte das kürzlich mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM fusionierte Unternehmen am Dienstag mit. In seiner letzten Bilanz als eigenständiges Unternehmen fiel der Nettogewinn im Geschäftsjahr 2003/2004 um 22,5 Prozent auf 93 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) und Flugzeugverkäufen fiel um 18,5 Prozent auf 132 Mill. Euro. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt einen Netto-Gewinn von 50 Mill. Euro und ein Ebit vor Flugzeugverkäufen von 96 Mill. Euro erwartet.

„Wir sind sehr glücklich in einem so schwierigen Jahr positive Ergebnisse erzielt zu haben“, sagte Chief Operating Officer, Pierre-Henri Gourgeon. Kostensenkungen in Höhe von 125 Mill. Euro im Geschäftsjahr hätten die Auswirkungen des Irak-Krieges und von Sars in Grenzen gehalten, erklärte Air France. Die Streiks französischer Fluglotsen hätten sich mit 60 Mill. Euro negativ auf das Betriebsergebnis ausgewirkt.

Für das laufende Geschäftsjahr der neuen Fluggesellschaft Air France-KLM kündigte das Unternehmen einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns vor den Erlösen aus Flugzeugverkäufen an, ein Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent von 33 Dollar je Barrel vorausgesetzt. Derzeit kostet ein Barrel (159 Liter) 37,45 Dollar. Im vergangenen Jahr haben Air France und KLM den Angaben zufolge zusammengenommen einen operativen Gewinn von 250 Mill. Euro erzielt.

Zudem wurde bekannt gegeben, dass die russische Fluggesellschaft Aeroflot dem Luftfahrtbündnis SkyTeam um Air France und Delta Air Lines beitreten wird. Er erwarte eine offizielle Ankündigung am kommenden Montag, sagte Air-France-Chef Jean-Cyril Spinetta bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Am Montag werden Spinetta und der Chef der mit Air France fusionierenden niederländischen KLM, Leo van Wijk, in Moskau an einer Feier teilnehmen. Zu Skyteam gehören auch Aero-Mexico, Alitalia, die tschechische CSA sowie Korean Airlines.

Unterdessen hat die britische Fluggesellschaft Easyjet nach eigenen Angaben eine Klage gegen die Fusion der niederländischen KLM mit Air France eingereicht. Die Fusion der beiden Fluggesellschaften schränke das Angebot für die Verbraucher deutlich ein, teilte die zweitgrößte Billigfluglinie Europas zur Begründung mit. Die Klage sei vor dem EU-Gericht der ersten Instanz in Luxemburg eingereicht worden. Air France und KLM waren Anfang Mai zur gemessen an den Umsätzen weltgrößten Fluggesellschaft fusioniert.

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