Nach Erdbeben in Japan
Sharp kämpft gegen die Folgen der Katastrophe

Zwei Fabriken stehen still, wichtige Bauteile fehlen, die Nachfrage bricht weg: Erdbeben, Tsunami und Atomkrise haben Sharp heftig zugesetzt. Der japanische Elektrokonzern traut sich derzeit keine Jahresprognose zu.
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Tokio

Nach Erdbeben, Tsunami und Atomkrise traut sich der japanische Elektronikkonzern Sharp keine Jahresprognose zu. "Wegen der weitreichenden Folgen des Erdbebens auf Herstellung und Verkauf ist eine Vorhersage sehr schwierig", sagte Sharp-Vize-Präsident Toshia Adachi am Mittwoch bei Vorlage der Quartalszahlen.

Damit folgt Sharp einer Reihe von japanischen Unternehmen, die nach der Katastrophen-Serie vor einem Ausblick zurückschrecken. Neben Lieferschwierigkeiten haben sie auch mit einer gesunkenen Kundennachfrage zu kämpfen. Dies dürfte Sharp besonders hart treffen, weil der Konzern sein Angebot an TV-Flachbildschirmen stark auf den Heimatmarkt zugeschnitten hat.

Wie andere Hersteller war auch Sharp wegen fehlender Bauteile zudem dazu gezwungen, seine Produktion zu drosseln. Zwei Flachbildschirm-Fabriken sollen bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Folgen von Verkaufsflaute und Lieferengpässen bekam das Unternehmen schon im abgelaufenen Viertaljahr zu spüren, in das die verheerenden Erdstöße und Flutwellen vom 11. März fielen. Im vierten Geschäftsquartal brach der Betriebsgewinn um fast 58 Prozent auf 12,4 Milliarden Yen (knapp 103 Millionen Euro) ein.

Marktexperten gehen davon aus, dass der Sharp-Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2012 um 12,5 Prozent auf 69 Milliarden Yen (knapp 573 Millionen Euro) fallen wird. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte Sharp seinen operativen Gewinn noch um 52 Prozent auf 78,9 Milliarden Yen (rund 655 Millionen Euro) steigern. Das Unternehmen profitierte vor allem von einem Programm der japanischen Regierung, mit dem bis Ende März der Kauf energiesparender Geräte gefördert wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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