Nach Expansion: Modeschmuckkette Bijou Brigitte steigert Umsatz

Nach Expansion
Modeschmuckkette Bijou Brigitte steigert Umsatz

Entgegen dem allgemeinen Wirtschaftstrend ist es dem Modeschmuckfilialisten Bijou Brigitte gelungen, seinen Umsatz 2008 um 2,2 Prozent zu steigern. Doch das Ergebnis sieht besser aus als es ist - die Umsatzerhöhung gelang dank der Expansion um 80 Filialen. Auf gleicher Fläche gingen die Erlöse zurück.
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HB DÜSSELDORF. Die Eröffnung neuer Läden hat den Modeschmuckkonzern Bijou Brigitte im vergangenen Jahr vor einem Umsatzminus bewahrt. Die Hamburger Kette steigerte 2008 ihren Konzernumsatz um 2,2 Prozent auf 375 Mio. Euro, wie Bijou Brigitte mitteilte. Das Konzernergebnis nach Steuern werde leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Der Umsatzanstieg resultierte aus der internationalen Expansion um 80 Filialen auf 1085 Ladengeschäfte. Insgesamt eröffnete Bijou Brigitte 95 neue Filialen, 15 Standorte wurden geschlossen. Analysten kritisieren, dass der Umsatz auf gleicher Fläche seit acht Quartalen sinke. Flächenbereinigt gingen die Erlöse 2008 um 4,9 Prozent zurück. Im Inland hätten sich die Umsätze stabilisiert, dagegen habe Bijou Brigitte in Spanien, Portugal und Frankreich Umsatzeinbußen verzeichnet, hieß es beim Unternehmen.

Die DZ Bank befürchtet, dass die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern), 2005 noch bei 37 Prozent, bis 2013 auf 17 Prozent sinken könnte. Bereits seit längerem leidet das Unternehmen unter der Konkurrenz durch das wachsende Angebot an Modeschmuck in Boutiquen, Warenhäusern und anderen Fachgeschäften. Roland Werner, der im Januar die Vorstandsvorsitz von seinem Vater und Firmengründer übernommen hat, hält den Umsatzrückgang für nicht dramatisch: "Jahrelang konnten wir unseren Umsatz auf gleicher Fläche steigern."

Bijou Brigitte werde einfach wie gewohnt solide arbeiten: auf teure Werbung verzichten, die Expansion mit den 80 angekündigten Filialen in 2009 fortsetzen. Außerdem habe das Unternehmen ein dickes Polster. Es finanziert sämtliche Investitionen aus dem Cash-Flow. Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 80 Prozent. Seit September 2008 verkauft der Modeschmuckfilialist den Schmuck über 80 Kooperationen mit Karstadt und Kaufhof, Concessions im Fachjargon.

Analysten loben diesen Schritt. Sie hatten kritisiert, dass Bijou diesen Markt der wachsenden Konkurrenz überlässt: Textilketten wie H&M und C&A oder Drogeriefilialisten wie DM und Rossmann verkaufen zunehmend Modeschmuck. Beeline aus Köln expandiert unter der Marke Six , und kürzlich hat der große Wettbewerber Claire?s aus den USA ein Potenzial für 300 eigene Filialen für sich reklamiert, die ersten sind längst eröffnet. Marktkenner schätzen den deutschen Markt für Modeschmuck auf eine Milliarde Euro, Bijou schreiben sie einen Anteil von etwa 20 Prozent zu. Bijou Brigitte beschäftigt 3300 Mitarbeiter und hat 9000 Artikel im Sortiment, die durchschnittlich nur fünf bis zehn Euro kosten.

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