Nach geplatztem Deal
Rhön-Klinikum bandelt mit neuem Bieter an

Der Gesundheitskonzern Fresenius will nach der gescheiterten Übernahme die Finger vom Rhön-Klinikum lassen. Doch der Krankenhausbetreiber hat möglicherweise schon einen neuen Kaufinteressenten, wie ein Insider sagte.
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FrankfurtNeues Spiel, neues Glück: Nach der geplatzten Übernahme durch den Gesundheitskonzern Fresenius buhlt Branchenkreisen zufolge nun ein neuer Bieter um den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum. Die Eigner der Münchner Sana-Kliniken seien derzeit dabei, ihren Anteil an Rhön aufzustocken, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit wollten sie einen Zusammenschluss von Sana und Rhön vorbereiten. Die Rhön-Aktie schoss daraufhin über fünf Prozent nach oben.

Zwischen beiden Unternehmen gebe es Kontakt, sagten die beiden Insider. Die Gespräche seien jedoch noch in einem frühen Stadium. "Es gibt noch viele offene Fragen", sagte eine der Personen. Sana gehört 31 privaten Krankenversicherungen, größte Anteilseigner sind DKV, Signal und Allianz. Derzeit liege ihr Anteil an Rhön etwas unterhalb der Zehn-Prozent-Schwelle, sagten zwei Kenner der Materie. Die Sana-Eigner wollten den Anteil jedoch weiter erhöhen. Sie versuchten deshalb derzeit, Hedgefonds, die Rhön-Aktien halten, zum Verkauf ihrer Anteile zu bewegen, sagten drei Insider.

Eine Sprecherin von Sana wollte sich zu den Informationen nicht äußern, bekräftigte jedoch: "Wir verstehen uns als Konsolidierer in dem sich wandelnden Krankenhaus-Markt." Rhön-Aufsichtsratschef und Großaktionär Eugen Münch wisse nichts von Aktien-Käufen durch Sana, sagte sein Sprecher zu Reuters. "Er ist nicht im Gespräch mit Sana oder deren Gesellschaftern."

Wie ein Zusammenschluss von Rhön und Sana aussehen könnte, ist Insidern zufolge noch unklar. Eine Option sei, dass das Münchner Unternehmen seine Kliniken in Rhön einbringe und die Sana-Eigner anschließend Mehrheitseigentümer von Rhön werden, sagte ein Insider. Sollte es zu einem Übernahmeangebot für Rhön kommmen, werde der Preis wahrscheinlich niedriger ausfallen als bei der Offerte des Fresenius-Konzerns, der 22,50 Euro je Rhön-Aktie geboten hatte. Das "Manager Magazin" berichtete, Sana wolle maximal 17 bis 18 Euro bezahlen. Am Freitagmittag kostete eine Rhön-Aktie 15,35 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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