Nach Germanwings-Absturz

Gewerkschaft gegen Drogentest für Piloten

Ein Pflichtdrogentest für Piloten erhitzt die Gemüter in der Branche: Mit Zufallsdrogenkontrollen für Flugzeugführer will die Europäische Agentur für Flugsicherheit Unfällen vorbeugen. Die Pilotengewerkschaft ist empört.
Kommentieren
Zwei Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380: Drogentests hält die Pilotengewerkschaft für unzulässig. Quelle: dpa
Im Flugzeugcockpit

Zwei Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380: Drogentests hält die Pilotengewerkschaft für unzulässig.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hält die nach dem Absturz eines Germanwings-Jets diskutierten Zufalls-Drogenkontrollen für Flugzeugführer für untauglich. Weder der Konsum noch der Missbrauch von Drogen oder Alkohol stünden nach derzeitigem Kenntnisstand in Zusammenhang mit dem tragischen Unfall, erklärte Cockpit am Montag.

Solche Test würden aber alle Piloten unter Generalverdacht stellen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr wies jüngst noch auf eine anderes Problem hin: Die für die Tests erforderlichen Blut- und Haarproben dürften gar nicht von der Fluggesellschaft durchgeführt werden, sondern nur von staatlichen Stellen, hatte er vorige Woche in Frankfurt gesagt.

Die Gewerkschaft reagiert mit der Stellungnahme auf Vorschläge der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) von Mitte Juli. Die Flugaufsichtsbehörde empfahl im Auftrag der EU-Kommission eine Reihe von neuen Abläufen für die Branche, um nach dem Absturz der Maschine der Lufthansa -Tochter Ende März die Flugsicherheit zu verbessern. Einige der Ideen wie der Ausbau eines Netzwerks zur Unterstützung von Piloten seien sinnvoll, sagte ein Gewerkschaftssprecher. „Nur so kann sichergestellt werden, dass Betroffene sich nicht mehr verstecken wollen, sondern sich rechtzeitig Hilfe suchen.“

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Platz 15: All Nippon Airways (Japan)
1 von 17

Die Liste der 15 sichersten Fluglinien eröffnet All Nippon Airways. Im Jahr 2013 hatte ANA von Air Transport World (ATW) den Preis „Airline of the Year 2013“ erhalten. Nach Triebwerksproblemen im selben Jahr rutschte die Airline vom Spitzenplatz aus der Top Ten. ANA erreicht den Wert von 0,018, das macht Platz 15.

Platz 14: Virgin Atlantic Airways (Großbritannien)
2 von 17

Vergangenes Jahr noch auf Platz 16: Die Flotte der Virgin Atlantic besteht aus 38 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 8,4 Jahren. Jährlich befördert die Airline 5,3 Millionen Passagiere – bisher ohne jeden Absturz. Platz 14 mit einem Index von 0,017.

Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Platz 13: Qantas (Australien)
3 von 17

Qantas verlor seit 56 Jahren kein Flugzeug bei einem Unfall. Der letzte tödliche Unfall liegt sogar 69 Jahre zurück. In den vergangenen zwei Jahren reihte sich die Fluggesellschaft in die Top Ten ein. Nun rutscht sie mit einem Index von 0,016 auf Platz 13 ab.

Platz 12: Lufthansa (Deutschland)
4 von 17

Die größte Airline Deutschlands verpasst wie auch im vergangenem Jahr knapp die Top Ten. Lufthansa kann auf eine sehr gute Sicherheitsbilanz blicken: Der letzte Unfall mit Todesfolge liegt 21 Jahre zurück, in den vergangenen Jahren kam es zu vereinzelten Zwischenfällen. Im Sicherheitsranking bleibt der Kranich mit einem Index von 0,016 wie im Vorjahr auf Platz zwölf.

Keine Platzierung: Germanwings (Deutschland)
5 von 17

Die Lufthansa-Tochter Germanwings, die 2015 mit einem vom Copiloten vorsätzlich in die Alpen gelenkten Airbus die Sicherheitsdebatte in der Zivilluftfahrt beherrschte, ist wegen ihrer Verkehrsleistung nicht unter den 60 weltgrößten Airlines. Dadurch verzeichnete 2015 keine Gesellschaft aus der hier betrachteten Gruppe ein größeres Unglück – obwohl es auch Unfälle gab, bei denen Flugzeuge als Totalverlust abgeschrieben werden mussten. Menschenleben waren dabei nicht zu beklagen.

Platz 11: Jetblue Airways (USA)
6 von 17

Jetblue Airways verzeichnete in ihrer Geschichte keine Zwischenfälle mit Todesopfern oder Flugzeugverluste. Einige Zwischenfälle erlangten jedoch breite mediale Aufmerksamkeit, so wie der im September 2014: Der Jetblue-Flug 1416 musste nach einer Feuermeldung im rechten Triebwerk am Startflughafen notlanden. Aufgrund von Rauch musste eine Person zur Beobachtung ins Krankenhaus. Danach gab es keine Zwischenfälle – Rang elf mit einem Index von 0,016.

Platz 10: TAP Portugal (Portugal)
7 von 17

Die größte portugiesische Airline TAP Portugal fliegt in Deutschland unter anderem Frankfurt, Hamburg und München an. Mit knapp 80 Flugzeugen in der Flotte gehören die Portugiesen zu den kleinen Mitgliedern der Star Alliance. 39 Jahre ohne Unglück sorgen mit einem Index von 0,015 für eine gute Platzierung im Ranking.

Andere Maßnahmen wie die nach dem Unglück eingeführte Zwei-Personen-Regel für das Cockpit seien kritisch zu bewerten. „Ein geplanter Suizid oder Amoklauf eines Piloten lässt sich aller Voraussicht nach auch durch eine zweite Person im Cockpit nicht verhindern.“

Nach bisherigen Ermittlungen hat der Co-Pilot den Germanwings-Airbus absichtlich gegen eine Bergwand in den Alpen gesteuert. Er befand sich alleine im Cockpit und verriegelte die Tür von innen. Alle 150 Insassen der Maschinen wurden getötet. Der Co-Pilot hatte an Depressionen gelitten und deswegen 2009 seine Pilotenausbildung unterbrochen.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Nach Germanwings-Absturz - Gewerkschaft gegen Drogentest für Piloten

0 Kommentare zu "Nach Germanwings-Absturz: Gewerkschaft gegen Drogentest für Piloten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%