Nach Gewinnsprung auf Rekordjagd
Deutsche Börse bastelt an neuer Struktur

Die Deutsche Börse hat 2006 das beste Geschäftsergebnis seit ihrem Bestehen erreicht. Nun will der Frankfurter Börsenbetreiber mit einer veränderten Struktur noch schlagkräftiger werden. Gerüchte über die bevorstehende Abtrennung einzelner Konzernteile wurden offiziell jedoch zurückgewiesen.

HB FRANKFURT. Es werde derzeit geprüft, wie der Konzern mehr „Handlungsspielraum zur Erweiterung unseres Programms zur Optimierung der Kapitalstruktur gewinnen“ könnte, sagte Börsenchef Reto Francioni am Donnerstag in Frankfurt, ohne Details zu nennen. „Etwaigen Spekulationen über eine Abspaltung von Teilen erteile ich hiermit eine klare Absage.“ Vorstand und Aufsichtsrat sowie die große Mehrheit der Aktionäre sei davon überzeugt, „dass das Ganze mehr wert ist als die Summe der Teile“.

Richtig sei aber, dass die Börse aktuell nach Möglichkeiten suche, ihre rechtliche Struktur neu zu gestalten, sagte Francioni. Mit einem Ergebnis sei noch vor dem Sommer zu rechnen. Dabei müsse auch die Führungsstruktur des Unternehmens überdacht werden. Laut Aufsichtsratskreisen plant die Börse die Umstrukturierung der Gruppe in eine Holding mit separaten Töchtern. Auf Spekulationen um eine bevorstehende Ablösung von Finanzvorstand Mathias Hlubek ging Francioni zunächst nicht ein.

In den vergangenen Wochen hatte es im Umfeld des Konzerns und aus dem Börsen-Aufsichtsrat immer wieder geheißen, das Unternehmen wolle mit einer aus Kassamarkt, Derivatemarkt und Nachhandelsaktivitäten (Clearing und Settlement) bestehenden dreigliedrigen Struktur mittelfristig eine Loslösung des Luxemburger Abwicklers Clearstream aus dem Konzernverbund vorbereiten.

Rekordergebnis für die Deutsche Börse

2006 war der Konzernüberschuss binnen Jahresfrist um rund 56 Prozent auf 668,7 Mill. Euro gesprungen. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 1,854 Mrd. Euro. „Der starke Jahresauftakt bestärkt uns in der Zuversicht, auch im Geschäftsjahr 2007 neue Rekordmarken bei Umsatz und Ertrag erzielen zu können“, sagte Francioni. Weiteres Wachstum sollen etwa neue Indizes bringen.

Nach mehreren gescheiterten Fusionsversuchen betonte Francioni, die Börse wolle vor allem aus eigener Kraft wachsen. Geschäftserfolg hänge nicht von Zusammenschlüssen ab. An der Konsolidierung der Branche will der Dax-Konzern dennoch weiterhin mitwirken. „Wenn Partnerschaften sinnvoll oder nötig sind zur Einführung von Produkten oder zur Erschließung von Märkten und Kunden, sind wir zur Zusammenarbeit in allen denkbaren und nützlichen Formaten bereit.“

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