Nach Kritik in Großbritannien: Starbucks will auf Steuertricks verzichten

Nach Kritik in GroßbritannienStarbucks will auf Steuertricks verzichten

Dem US-Kaffeebrüher wird der Druck in Großbritannien zu groß: Starbucks will auf der Insel darauf verzichten, seine Steuerzahlungen auf ein Minimum zu drücken. Die Ankündigung gilt allerdings zunächst nur für zwei Jahre.
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LondonDie Kaffeehaus-Kette Starbucks beugt sich der massiven Kritik der britischen Regierung und will in den kommenden beiden Jahren mehr Steuern in Großbritannien zahlen. Kris Engskov, Starbucks-Chef in Großbritannien, kündigte vor der britischen Handelskammer „Änderungen“ in der Steuerpolitik des US-Unternehmens an.

Starbucks werde 2013 und 2014 auf Ausnahmen im Steuerrecht verzichten wie die Zahlung von Lizenzgebühren für die Markennutzung und den Übertrag der Einnahmen auf andere Filialen. Mit diesen legalen Steuertricks hatte Starbucks seine Steuern auf ein Minimum gedrückt.

Das Unternehmen werde 2013 und 2014 unabhängig davon, ob es profitabel sei, eine beträchtliche Körperschaftssteuer zahlen, kündigte Engskov an. Damit könnte der Konzern in den nächsten beiden Jahren jeweils rund zehn Millionen Pfund (12,3 Millionen Euro) in die Staatskassen spülen - zusätzlich zu den Steuern, die Starbucks bislang ohnehin schon zahlte.

Wegen des Vorwurfs der Steuerflucht waren in den vergangenen Wochen nicht nur in Großbritannien internationale Unternehmen wie Starbucks, aber auch Google und Amazon, massiv in die Kritik geraten.

Die Starbucks-Führung hatte zuvor immer wieder betont, dass sie nichts Illegales tue. „Wir sind zu 100 Prozent sicher, dass wir uns im Rahmen der Gesetze bewegen“, sagte Konzernchef Howard Schultz dem Sender CNBC. Finanzchef Troy Alstead sagte: „Unser Ziel ist es, überall ein absolut korrekter Steuerzahler zu sein.“ Eine Starbucks-Sprecherin erklärte: „Wir wollen ein guter Steuerzahler sein und unseren gerechten Anteil Steuern zahlen. Aber wie schreiben die Steuergesetze nicht – wir befolgen sie.“

Nach Recherchen von Reuters nutzt Starbucks bisher lediglich die Möglichkeiten aus, die die EU-Länder selbst geschaffen haben und wegen des Einstimmigkeitsprinzips in Steuerfragen nicht geändert bekommen. So zahlen die Starbucks-Töchter in Deutschland und Frankreich an die Europa-Zentrale in den Niederlanden eine Lizenzgebühr, die sechs Prozent des Umsatzes entspricht, und zusätzliche Gebühren von 25.000 Dollar für jedes neu eröffnete Café.

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Nur 870.000 Euro statt 3,4 Millionen Euro Steuern gezahlt

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  • was soll der Scheiß ? Jetzt sagen die Steuertrickser, sie verzichten auf die Steuertricks für 2 Jahre..... Und da wundert sich jemand, dass es Steuerhinterzieher gibt - so lange es solchen legalen Spielchen gibt, so lange kann es nicht verwundern, dass jemand seine Steuerlast auch auf ein Minimum drücken möchte.

    Legal - illegal - scheiß égal

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