Nach mehrjährigem Verlust
Tengelmann schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach mehreren verlustreichen Jahren ist es dem Mülheimer Familienkonzern Tengelmann gelungen, im zurückliegenden Geschäftsjahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren. Das Unternehmen habe einen „niedrigen zweistelligen Millionen-Euro- Betrag“ erwirtschaftet, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Karl-Erivan Haub am Mittwoch in Mülheim.

HB DÜSSELDORF. Auch in der In der laufenden Periode 2003/04 soll sich das Ergebnis des Handelskonzerns weiter verbessern. Der Umsatz betrug im Ende April abgeschlossenen Rumpfgeschäftsjahr 26,63 Mrd. Euro. Zeitlich vergleichbar und bereinigt um Währungseinflüsse entsprach dies einem Zuwachs von 2,4 %.

„Das Unternehmen hat gut gewirtschaftet“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Karl-Erivan Haub als Resümee des Berichtszeitraumes, der bei den deutschen Konzerngesellschaften wegen der Umstellung auf ein neues Geschäftsjahr nur 10 Monate umfasste. Der Cash-Flow habe deutlich über den Investitionen von 350 Mill. Euro gelegen und übertreffe in Europa auch deutlich die Finanzschulden.

Alle Geschäftsbereiche haben Geld verdient

Bis auf die Drogeriemarktkette kd und die Supermarkttochter A&P in Nordamerika, die beide Verluste in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschafteten, hätten alle Geschäftsbereiche „Geld verdient“. Die bisherigen Problemfelder, der Discounter Plus in Deutschland sowie die Supermärkte der Linien Kaisers und Tengelmann, hätten ihre Ertragslage stabilisiert und zum zweiten Mal in Folge schwarze Zahlen geschrieben.

Nach 4 Jahren der Restrukturierung komme der Konzern jetzt allmählich in die „Phase der Normalität“, betonte Haub: „Im Inland verbessern wir weiter unsere strukturelle Basis, das Wachstum kommt aber vor allem aus den Auslandsmärkten.“ 2002/03 legte die Gruppe in Europa in vergleichbarer Lesart und ohne Wechselkurseffekte um fast 6 % zu - ein Wachstum, das Tengelmann auch für das laufende Jahr anstrebt. Plus habe den Umsatz um 7 % gesteigert, die Heimwerkerkette Obi mit einer eigenen „Hauskonjunktur“ um 5 %, und der Textilhändler KiK sei mit 30 % mehr Erlös sogar ausgesprochen erfolgreich gewesen, sagte Haub.

Obi expandiert nach China

Das Geschäft in Nordamerika habe bereinigt einen Rückgang von 1,6 % verzeichnet. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz der in 15 Ländern präsenten Gruppe sei um 1 Punkt auf 57 % gestiegen. In Kürze werde Obi in Moskau zwei Märkte eröffnen, weitere sollen folgen. Auch in China wolle die Heimwerkerkette bis Ende 2004 um weitere 10 Märkte expandieren. Mit Plus wolle das Unternehmen im kommenden Frühjahr nach Rumänien gehen. Insgesamt will die Handelsgruppe im laufenden Geschäftsjahr rund 500 Läden eröffnen; dem stehe die Schließung von mindestens 200 Märkten gegenüber.

Die Gesamtinvestitionen sollen auf 500 Mill Euro klettern und wiederum aus dem Cash-Flow finanziert werden. Für die Zukunft sei Tengelmann trotz der Belastungen durch das Dosenpfand „gut gerüstet“, prognostizierte Haub. Das Pfand, das der Unternehmer vehement ablehnt, werde die Umsatz- und Ertragslage der Gruppe beeinflussen und bei Plus möglicherweise zu „starken Einbrüchen“ führen. Die Einführung des Pfandes auf Einweg-Getränkeverpackungen werde sich „als der massivste Eingriff des Staates in die Belange unserer Branche herausstellen“, kritisierte Haub: „Für das angerichtete Chaos, die verlorenen Umsätze und die gestiegenen Kosten sollten wir eigentlich von Berlin Schadenersatz verlangen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%