Nach Pleite von Air Berlin Eurowings will auch auf Strecken der Lufthansa fliegen

Mit der Insolvenz von Air Berlin werden weniger innerdeutsche Flüge angeboten. Das erhöht die Preise und den Frust der Passagiere. Darum will Lufthansa-Tochter Eurowings ihr Angebot nun ausbauen.
Update: 14.11.2017 - 15:51 Uhr Kommentieren
Eurowings will ab Düsseldorf neu auch Stuttgart, Bologna, Florenz, Kopenhagen und Sylt anbieten. Quelle: dpa
Eurowings

Eurowings will ab Düsseldorf neu auch Stuttgart, Bologna, Florenz, Kopenhagen und Sylt anbieten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Fluggesellschaft Eurowings will nach der Air-Berlin-Pleite ihrer Mutter Lufthansa auf einigen Strecken direkte Konkurrenz machen. Im kommenden Jahr sollen unter anderem die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden, kündigte ein Sprecher am Dienstag in Köln an. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende der Air Berlin derzeit die Lufthansa allein unterwegs.

Ob es dabei zu einem Preiskampf kommt, ist Kartellrechtlern zufolge fraglich, weil beide Gesellschaften demselben Konzern angehören. Derzeit herrscht aber gerade auf innerdeutschen Strecken eine sehr hohe Nachfrage, die wegen der Air-Berlin-Pleite auf ein ausgedünntes Angebot trifft. Das führt in den meist voll besetzten Flugzeugen zu hohen Ticketpreisen. Zusätzlich wird erwartet, dass die britische Easyjet mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ab 2018 ebenfalls innerdeutsche Verbindungen fliegen wird.

Diese Airlines haben die meisten Starts in Deutschland
Platz 10: SunExpress
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Das Joint Venture der Lufthansa mit Turkish Airlines belegt in der Abflugstatistik des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) vom September 2017 Platz zehn. 1490 Starts von deutschen Flughäfen konnte SunExpress in diesem Zeitraum verzeichnen.

Platz 9: Tuifly
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Die Tui-Tochter Tuifly landet mit 1559 Starts von deutschen Flughäfen auf Platz neun der aktuellen Statistik. Demnächst dürften es jedoch mehr werden: Der Ferienflieger hatte ein gutes Dutzend Maschinen an Air Berlin verchartert. Die kommen nach der Pleite der Airline zurück zu Tuifly. Statt attraktive Chartergebühren zu kassieren, muss Tuifly nun selbst für die Auslastung sorgen.

Platz 8: Niki
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Das Air-Berlin-Tochterunternehmen Niki soll von der Lufthansa übernommen werden. Im September hob Niki 2060 mal von deutschen Flughäfen ab.

Platz 7: Condor
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Die Thomas-Cook-Tochter Condor verzeichnete im September noch 2147 Starts aus Deutschland.

Platz 6: Easyjet
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Easyjet übernimmt 25 Flugzeuge und Crews von Air Berlin für insgesamt 40 Millionen Euro – und damit auch lukrative Slots in Berlin-Tegel. Aus den 2499 Starts von deutschen Flughäfen im September dürften daher bald mehr werden.

Platz 5: Germanwings
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Die Flugzeuge von Germanwings starteten im September 4594 mal von Deutschland aus – Platz fünf im Abflug-Ranking.

Platz 4: Ryanair
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Europaweit ist Ryanair Marktführer, in Deutschland kam der irische Billigflieger im September dagegen nur auf 4992 Starts – das reicht nur für Platz vier.

Eurowings will zudem ab Düsseldorf neu auch Stuttgart, Bologna, Florenz, Kopenhagen und Sylt anbieten. In Zürich begibt man sich zudem in direkte Konkurrenz zur Konzern-Schwester Swiss mit einem Flugangebot nach Mallorca. Auf dieser Verbindung sind auch die spanischen Gesellschaften Vueling und Iberia unterwegs.

Beim Geschäftsreiseverband VDR reagiert man allerdings zurückhaltend auf die Ankündigung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, wonach zusätzlichen innerdeutschen Flüge ab Januar die Ticketpreise wieder sinken sollen. „Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, was diese Versprechen wert sind“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl dem Handelsblatt. „Wir sind da eher skeptisch und werden die Entwicklungen in Bezug auf Frequenzen, Ticket-Verfügbarkeit und Preis jedenfalls sehr genau unter die Lupe nehmen.“

Biehl forderte, die Europäische Kommission solle den Antrag der Lufthansa auf Teilübernahme der Air Berlin „im Sinne des Wettbewerbs Strecke für Strecke sehr genau prüfen - ohne jedoch das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen“. Der Flugbetrieb müsse „im Interesse der Unternehmen auch auf dezentralen und weniger lukrativen Strecken aufrechterhalten und die frei werdenden Slots regelkonform vergeben werden“.

Mit Blick auf die aktuelle Preissituation bei Lufthansa-Tickets sagte Biehl: „Gerade bestätigt sich leider das, was wir bereits vor einigen Monaten befürchtet haben.“ Eine wachsende Marktmacht gehe mit steigenden Preisen einher, insbesondere auf Routen ohne echten Wettbewerb. „Hinzu kommt“, so der VDR-Hauptgeschäftsführer, „dass die Preise allein schon aufgrund der geringeren Ticket-Verfügbarkeit auf den ehemaligen Air-Berlin-Strecken steigen.“ Hier greife dann das Ertragsmanagement der Airlines, „eine simple Kalkulation aus Angebot und Nachfrage“.

  • dpa
  • dne
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