Nach Qantas-Zwischenfall
Rolls-Royce lässt alle A380-Turbinen überprüfen

Nach dem Zwischenfall mit dem Triebwerk einer Qantas-Airbus A380 hat Turbinen-Hersteller Rolls-Royce die Überprüfung aller Motoren des gleichen Typs angekündigt. Auch Airbus hat Sonderinspektionen angeordnet. Die Fluglinie vermutet in einer ersten Einschätzung einen Materialfehler oder fehlerhaftes Design.
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HB SYDNEY. Der Triebwerkhersteller Rolls-Royce hat nach dem Unfall eines Qantas-Airbus A380 die Überprüfung aller Motoren des gleichen Typs angekündigt. "Die Gruppe fühlt sich verantwortlich zu empfehlen, dass einige grundlegende Kontrollen durchgeführt werden", hieß es in einer Mitteilung von Rolls-Royce.

Die Serie der bisher eingesetzten Triebwerke mit dem Namen Trent 900, die bei dem Unglücks-Airbus der Fluglinie Qantas eingebaut waren, sei klein und relativ neu. Rolls Royce versicherte, eng mit seinen Kunden zusammenzuarbeiten, während die Untersuchung des Triebwerkausfalls weitergehe. "Diese ist jedoch noch in einem sehr frühen Stadium und es wäre unangebracht, zum jetzigen Zeitpunkt schon Rückschlüsse zu ziehen", hieß es in der Mitteilung vom späten Donnerstagabend. Auch Airbus hat bei den Riesen-Jumbos mit Rolls-Royce-Triebwerken Sonderinspektionen angeordnet.

Der notgelandete Airbus A380 ist nach Qantas-Angaben erst kürzlich in Deutschland von Lufthansa Technik gewartet worden. Es habe sich um eine erste große Wartung gehandelt, die Triebwerke vom Typ Rolls Royce Trent 900 seien aber bei Rolls Royce inspiziert worden, teilte die australische Airline am Freitag mit. Als mögliche Ursache des Unglücks nannte Qantas einen Materialfehler.

Qantas-Chef Alan Joyce erklärte auf einer Pressekonferenz in Sydney, die genaue Ursache für den Brand sei noch nicht bekannt. Eine Untersuchung laufe. Das Problem liege aber wohl im Triebwerk und sei nicht auf die Wartung der erst zwei Jahre alten Maschine zurückzuführen. Die Airline glaube, es handele sich ""wahrscheinlich um einen Materialfehler oder ein Design-Problem".

Rolls-Royce und Airbus würden eine Reihe Tests an jedem A380 der Fluggesellschaft durchführen, erklärte Qantas weiter. Die Überprüfungen sollten binnen 24 bis 48 Stunden abgeschlossen sein. Joyce sagte, wenn keine Probleme festgestellt würden, könnten die Riesenjumbos wieder starten.

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