Nach Rekordjahr
Evonik legt 2012 eine Wachstumspause ein

Der Chemikonzern Evonik rechnet nach dem Rekordumsatz 2011 in diesem Jahr nicht mit großen Wachstumsschüben. In den kommenden Wochen entscheidet sich, ob das Unternehmen noch 2012 an die Börse geht.
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EssenDer Chemikonzern Evonik legt nach einem Rekordergebnis 2012 eine Wachstumspause ein. Ob der Weg des Essener Konzerns noch in diesem Jahr an die Börse führt, müssen die Eigner entscheiden. „Evonik ist auf Kurs und blickt mit großer Zuversicht in die Zukunft“, bilanzierte Konzernchef Klaus Engel am Mittwoch in Essen. 2011 kletterte der Umsatz um neun Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg um 38 Prozent auf über eine Milliarde Euro.

Engel hatte angekündigt, den Umsatz 2011 „deutlich“ in die Höhe zu schrauben, bei den operativen Ergebnissen Ebitda und Ebit hatte er eine „spürbare Verbesserung“ gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. 2010 hatte Evonik bei einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro ein Ebit von 1,6 Milliarden Euro erzielt.

Engel erwartet im laufenden Jahr auch wegen der konjunkturellen Unsicherheiten Umsatz und operative Ergebnisse in etwa auf dem Niveau von 2011. 2013 wolle der Konzern dann wieder zulegen, hieß es im Geschäftsbericht.

In den kommenden Wochen könnten die Evonik-Eigner - die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC - entscheiden, ob Evonik an die Börse geht. Der Finanzinvestor, der knapp über 25 Prozent hält, hatte zuletzt die Hoffnung geäußert, dass ein Börsengang noch im ersten Halbjahr möglich werden könnte.

„Wir brauchen dafür aber die richtigen Märkte - die müssen mitspielen“, sagte CVC-Partner Christian Wildmoser am Montag in Frankfurt. „Wir wollen nicht zu jedem Preis verkaufen“, betonte der Österreicher, der auch im Aufsichtsrat des Essener Unternehmens sitzt. Eigentlich sollte der Konzern, an dem CVC eine Sperrminorität von gut 25 Prozent hält, im vergangenen Herbst an die Börse gehen. Doch die Verschärfung der Euro-Schuldenkrise machte die Pläne zunichte - seit einem Jahr ist in Deutschland generell Flaute bei den Neuemissionen. Allmählich kehrt an den Märkten aber wieder etwas Ruhe ein. Das stimmt Wildmoser grundsätzlich zuversichtlich: „Wir halten einen Börsengang bis Ende Juni für möglich.“

Das zu den größten deutschen Chemiekonzernen zählende Unternehmen dürfte bei einem Börsengang Experten zufolge mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden. Wieviel CVC dann verkaufen will, wollte Wildmoser nicht sagen. Der Marktwert des Branchenprimus BASF liegt derzeit beim rund 5,5-Fachen des operativen Gewinns (Ebitda). Evonik legt am Mittwoch seine Ergebnisse für 2011 vor. Ein Jahr zuvor betrug das Ebitda 2,4 Milliarden Euro - in Branchenkriesen wird ein Anstieg erwartet.

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