Nach Rekordquartal Post erwartet starkes Weihnachtsgeschäft

Im dritten Quartal hat die Deutsche Post deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verbucht. Der Bonner Konzern steuert damit auf Rekordkurs. Das Unternehmen profitiert vor allem vom florierenden Online-Handel.
Update: 09.11.2017 - 07:52 Uhr Kommentieren
Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter stieg um 3,7 Prozent auf 641 Millionen Euro. Quelle: dpa
Deutsche Post

Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter stieg um 3,7 Prozent auf 641 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer boomende Online-Handel und die rege Nachfrage nach Express-Sendungen geben der Deutschen Post Rückenwind: Der Bonner Konzern verbuchte im dritten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn und steuert damit weiter auf Rekordkurs. Nun setzt Post-Chef Frank Appel auf ein „starkes Weihnachtsgeschäft“ zum Jahresende.

Vorstand Jürgen Gerdes hatte angekündigt, der Konzern werde zu den Feiertagen neue Höchstwerte in seinem Paket-Geschäft in Deutschland erreichen. Er rechne mit einer Menge von „signifikant über acht Millionen“, an Spitzentagen sogar mit 8,7 Millionen Paketen am Tag.

Die Post wächst dabei auch profitabel: „Erfreulich ist, dass unser operatives Ergebnis weiterhin noch stärker zulegt als unsere Erlöse“, betonte Appel am Donnerstag in Frankfurt. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 5,6 Prozent auf 14,64 Milliarden Euro, der operative Ertrag (Ebit) stieg um 10,5 Prozent auf 834 Millionen Euro. Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter legte um 3,7 Prozent auf 641 Millionen Euro zu.

Wie Post und Ford E-Transporter auf die Straße bringen
Rekordverdächtig
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Gefühlt war es erst gestern, dass die Deutsche Post zur Produktion von Elektrofahrzeugen eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Autobauer Ford ankündigte. Nach einer Entwicklungszeit von nur zwei Monaten wurde nun ein erstes Ergebnis präsentiert: Der StreetScooter Work XL. Nicht nur Post-Vorstand Jürgen Gerdes (r.) ist sichtlich zufrieden mit dem E-Transporter, auch Ford-Europachef Steven Armstrong ist von dem Ergebnis „begeistert“ – und wünscht sich prompt eine Vertiefung des Bündnisses mit der Post. „Wir würden gerne eine engere Kooperation prüfen“, sagte Armstrong bei der Vorstellung des neuen Gefährts.

Groß wie nie
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Nach zwei kleineren Modellen ist nun auch der posttypische Transporter elektrifiziert. Basierend auf dem Fahrgestell des Ford Transit umfasst das Fahrzeug ein Ladevolumen von 1350 Kilogramm (oder rund 200 Paketen) und schafft eine Reichweite von 200 Kilometern.

Klare Aufteilung
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Der US-amerikanische Autobauer ist verantwortlich für das Chassis, um die Technik kümmert sich die Post. Sowohl der batterieelektrische Antriebsstrang als auch der Karosserieaufbau entstand nach Vorgabe des Logistikkonzerns.

Die Umwelt dankt
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Nach Post-Vorstand Gerdes könne das neue Modell pro Jahr bis zu 5 Tonnen CO2 oder 1900 Liter Diesel einsparen. Die während des Diesel-Skandals aufgekeimte Diskussion füllt zudem die Auftragsbücher der Post. Es bestehe eine „gewaltige“ Nachfrage.

Ziel
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Noch in diesem Jahr sollen 150 Work XL als Vorserienfahrzeuge ihren Dienst aufnehmen. Im Laufe des kommenden Jahres soll der Fuhrpark dann auf 2500 Transporter anwachsen. Zudem plant der Elektrofahrzeug-Hersteller der Post bereits den Bau einer neuen Fabrik. Dort sollen dann bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen.

Erfolgreicher Vertrieb
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Der Transporter ist bereits das dritte Model der E-Fahrzeug-Reihe der Post. Während der Work XL vorerst auf absehbare Zeit von der Post selbst beansprucht wird, vertreibt die Post die beiden kleineren Modelle auch an Dritte – zurzeit vor allem an Gewerbetreibende. Und das Geschäft mit den kleineren Scootern läuft ausgezeichnet. „Wir sind quasi ausverkauft“, sagte StreetScooter-Chef Achim Kampker.

50.000 Elektro-Wagen
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Die Deutsche Post will nach den Worten von Post-Chef Frank Appel bis 2050 die komplette Brief- und Paketzustellflotte von knapp 50.000 Fahrzeugen durch Elektro-Wagen ersetzen. Dem aktuellen Tempo der Produktion nach zu urteilen, scheint das Ziel „Null CO2“ im Rahmen des Möglichen zu liegen. In den Städten und auf dem Land müssen sich die Bewohner künftig wohl auf leise surrende, sonnengelbe Flitzer und Transporter einstellen.

Die Post lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft macht Appel auch zuversichtlich, die Jahresprognose zu erreichen. 2017 solle der operative Gewinn von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf rund 3,75 Milliarden Euro steigen.

Der Post spielt weiter der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Der Umsatz legte im deutschen Paket-Geschäft im Quartal um 5,5 Prozent zu. Die Post expandiert aber auch in Europa, das Zustellnetz umfasst nun 26 Länder. Konkurrent UPS hatte dank des florierenden Online-Handels im Quartal ebenfalls deutliche Zuwächse verbucht – auch er stellt sich wie der Bonner Konzern auf eine Paket-Flut zu Weihnachten ein.

In der Frachtsparte, dem einstigen Sorgenkind der Post, stieg der operative Gewinn um 6,3 Prozent auf 67 Millionen Euro. Die Sparte hatte den Bonnern über Jahre Schwierigkeiten bereitet, eine Umstellung der Datenverarbeitung war fehlgeschlagen. Diese Probleme hat der Bereich verdaut, „die Verbesserung hat sich verfestigt“, betonte Appel.

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