Nach Sanierung
US-Airlines überwinden Krise

Verkehrte Welt: Während sich die klassischen US-Fluggesellschaften nach einem radikalen Sparkurs mit schlankeren Strukturen, besser ausgelasteten Jets und schwarzen Zahlen zurückmelden, bricht den Billigfliegern der Gewinn weg. Der Grund ist im US-Konkursverfahren zu suchen, in dem fast alle Großen der Branche stecken oder steckten.

NEW YORK. Deutlich verbesserte Quartalsergebnisse beim Marktführer American Airlines sowie vor allem beim Verfolger Continental Airlines künden von einem zwischenzeitlich kaum mehr erwarteten „Comeback“ der klassischen Carrier. Analysten gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen mit dem Lufthansa-Partner United Airlines sowie US Airways auch die Nummern zwei und fünf im US-Markt ein Gewinnplus vorlegen werden.

Trotz der neuerlichen Terrorwarnung in London, die den Flugverkehr im vergangenen Quartal weltweit beeinträchtigte und allein American Airlines 50 Mill. Euro Umsatz kostete, haben sich die Aussichten für die Branche deutlich aufgehellt: Der Ölpreis ist von seinem 77-Dollar-Höchstkurs im Sommer signifikant gefallen, entsprechend entspannt sich die Lage beim zuletzt kaum mehr steuerbaren Kostentreiber Kerosin. Darüber hinaus zeigt sich die US-Konjunktur robust, sie sorgt für volle Jets und zieht die Ticketpreise nach langem Sinkflug wieder nach oben. So hat allein American im ersten Halbjahr seine Flugpreise bereits neunmal in kleinen Schritten erhöht. Auch Continental drehte an der Preisschraube, kam im dritten Quartal auf ein Umsatzplus von 17 Prozent und flog 237 Mill. Euro Gewinn ein – nach nur 61 Mill. Dollar im gleichen Zeitraum 2005.

Optimistische Stimmen aus der Branche rechnen bereits vor, das Jahr 2007 könne zum profitabelsten in der Geschichte der US-Carrier werden – in einer chronisch margenschwachen Branche freilich, die höchst fragil und anfällig bleibt für jede neue Terrorgefahr oder sonstige Krisen.

Für American-Vorstandschef Gerard Arpey gibt es deshalb keinen Grund zur Euphorie: „Unsere Industrie hat 50 Milliarden Dollar seit dem Jahr 2000 verloren und Milliarden über Milliarden an Schulden aufgetürmt.“ Jetzt reiche es bei einer „sehr, sehr starken Konjunktur“ gerade mal für eine bescheidene Vorsteuer-Marge. Jene 15 Mill. Dollar Gewinn, die der American-Mutterkonzern AMR Corp. für das abgelaufene Quartal auswies, sind bei 5,8 Mrd. Dollar Umsatz in der Tat kaum der Rede wert.

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