Nach Start in Madrid
Luftdruckabfall in Ryanair-Maschine

Passagiere eines Ryanair-Flugs auf dem Weg von Madrid zu den Kanarischen Inseln haben einen Schreck erlitten, als kurz nach dem Start Sauerstoffmasken vor ihren Köpfen baumelten. Die Fluggesellschaft untersucht den Fall.
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MadridEin plötzlicher Luftdruckabfall und aus der Decke purzelnde Sauerstoffmasken haben am Sonntag 160 Passagiere eines Ryanair-Flugs erschreckt. Das Flugzeug auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln sei nach dem Vorfall zu seinem Startflughafen Madrid zurückgekehrt, teilte der Flughafenbetreiber AENA am Freitag mit. Zwölf Passagiere und vier Crewmitglieder seien nach der Landung medizinisch behandelt worden. Sie litten laut AENA unter Ohrenschmerzen und Angstattacken.

Die Boeing 737-800 werde von Technikern untersucht, erklärte Ryanair. Den Passagieren sei ein Ersatzflieger zur Verfügung gestellt worden. Ein Passagier sagte dem Onlineportal der Zeitung „El País“, die Sauerstoffmaske seines Freundes habe nicht funktioniert und sie hätten sich eine Maske teilen müssen. Europas größte Billig-Fluglinie sorgte zuletzt für Aufsehen, als Ende Juli gleich drei Flugzeuge wegen Benzinmangels eine vorzeitige Landung an ihrem Zielflughafen beantragten.

Vorstandschef Michael O'Leary hatte dazu im Handelsblatt-Interview jüngst gesagt, dass Ryanair sich an die Vorschriften gehalten habe. „Jede der drei Maschinen hatte genug Treibstoff an Bord, um 90 Minuten über der geplanten Landezeit klarzukommen. Die Flugzeuge mussten jedoch noch eine Stunde nach der geplanten Landezeit in einer Warteschleife über Valencia kreisen“, so O'Leary. Als die Piloten ihr Kerosinminimum erreichten, hätten sie wegen einer Landung angefragt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Nach Start in Madrid: Luftdruckabfall in Ryanair-Maschine"

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  • Einfach mal den Aviation Herald aufrufen, eine beliebige Airline - gerne Lufthansa - eingeben, und siehe da: solche Zwischenfaelle passieren bei JEDER Airline, und bei europaeischen Airlines gibt es hier kaum Unterschiede in Sachen Hauefigkeit. Hier wird einfach mal wieder schoen (und scheinbar erfolgreich) aufgebauscht. Sicherlich ist die Preis- und Personalpolitik Ryanairs zu kritisieren, aber wer hier die Sicherheit beurteilt, sollte sich erst mal anschauen was allgemein so am Himmel passiert: http://avherald.com/

  • @Ano:
    Ich denke ebenso.
    Bin kürzlich von Hongkong zurück nach FRA, 12h Flug, mit LH und stellte einmal mehr fest was für ein harter Job doch der des Bordpersonals ist. Während ich mich in meinem durchaus nicht unbequemen Economy - Sessel räkelte und mir die Zeit mit lesen, essen (3 Mahlzeiten), pennen oder fenstergucken vertrieb, mussten 14 Flugbegleiter 14 Stunden Dienst schieben (12 Flugstunden + Vor/Nachspielzeit) und Service in dem bis auf den letzten Platz besetzten 474-400 sicherstellen und dabei stets sicher, souverän und freudlich beiben.

    Eine Meisterleistung. Mehr kann man Bordpersonal nicht abverlangen - und 1400e netto sind einfach unfair.

  • @Nimosus
    Kampagne? Ihr mit eurem Kampagne-Nonsens - es gab Verletzte die entsprechend behandelt werden mussten! Ist euch klar was mit Druckabfall in der Maschine gemeint ist und welche Konsequenzen das haben kann??

    Einen Vergleich in Sachen Flugsicherheit hält LH (oder Air Canada, Emirates etc) jederzeit stand:

    LH-Flotte (mit Swiss, Germanwings, Brussels, AUA etc) aktuell: 666 Maschinen. Abzüglich Carco (18) = 648 Passagiermaschienen

    Ryanair: 296 Machinen aktiv

    LH hat also mehr als doppelt so viele Flugzeuge im Einsatz. Wo sind die entsprechenden Meldungen über Zwischenfälle bei LH? Oder biste Verschwörungstheoretiker und glaubst die werden alle unter den Teppich gekehrt? Es gibt sie halt nich, Gott sei dank.

    Die Ryanairflotte ist mit durchschnittlich 4 Jahren deutlich jünger als die LH-Flotte.
    Dass sich die Zwischenfälle nun trotzdem häufen kann man sicher nicht auf die Technik abschieben - die Probleme sind hausgemacht und letztlich auf internen Sparwahn und selbstauferlegten bewussten Kostendruck zurückzuführen

    Neben den bei RA bekannt gewordenen Maydays etc gab es weitere Zwischenfälle die in Vielflieger/Pilotenforen diskutiert werden. Wir reden also NICHT von isolierten Geschichten vom Wienerwald.

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