Nach Triebwerksbrand
Qantas lässt zwei Riesenjumbos wieder fliegen

Rund drei Wochen nach dem Brand eines Rolls-Royce-Triebwerks bei einer A380 gibt die australische Fluggesellschaft Qantas teilweise Entwarnung. Zwei ihrer sechs Riesen-Airbus sollen ab Samstag wieder starten. Die anderen vier bleiben dagegen bis Jahresende am Boden.
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HB SYDNEY. Die australische Fluggesellschaft Qantas nimmt rund drei Wochen nach der Notlandung eines Superjumbos ihre A380-Flotte nach und nach wieder in Betrieb. Ab Samstag seien zwei ihrer sechs A380-Maschinen wieder im Einsatz, sagte Qantas-Chef Alan Joyce am Dienstag. Die anderen Flugzeuge blieben noch länger am Boden, da die Überprüfung der Rolls-Royce-Triebwerke vom Modell „Trent 900“ noch nicht beendet sei.

Die teilweise Wiederaufnahme des Betriebs des weltgrößten Passagierflugzeugs stärkte die Zuversicht von Rolls-Royce und des A380-Herstellers Airbus , der mit Verzögerungen seines zwölf Mrd. Euro schweren A380-Programms auf wichtigen Märkten wie den USA und Japan kämpft. Auch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) gab Grund zu Hoffnung - sie lockerte die verschärften Vorgaben für die Kontrollen der Triebwerke.

Rolls-Royce begrüßte den Qantas-Schritt und betonte, der britische Konzern werde weiterhin alles tun, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Bei dem Vorfall am 4. November hatten sich in Folge einer Explosion Teile des Triebwerks abgelöst, die auch Kabel in der Tragfläche des Flugzeugs beschädigten. Qantas hat nach eigenen Angaben bisher zwei Motoren bei einem Flieger ausgetauscht. Weitere Details nannte die Airline nicht. Früheren Angaben der Australier zufolge müssen weltweit etwa 40 Motoren - also knapp die Hälfte der im Einsatz befindlichen Trent 900 - ausgetauscht werden. Lufthansa tauscht nach eigenen Angaben nur ein A380-Triebwerk vom Typ Trent 900 aus. Bei Singapore Airlines sind es Motoren bei drei Maschinen.

Der längere Ausfall der Großraumflugzeuge von Airbus droht den Australiern das bevorstehende Geschäft mit Weihnachts- und Sommerurlaubern zu verderben. Qantas wird die beiden aktiven A380-Maschinen als Vorsichtsmaßnahme zunächst auch nicht auf den besonders langen, aber auch besonders lukrativen Routen von und nach Los Angeles einsetzen. Der Konzern beziffert die Kosten für die Triebwerksprobleme auf rund 20 Mio. Dollar und rechnet mit einem einprozentigen Rückgang der internationalen Kapazitätsauslastung in der ersten Jahreshälfte 2011. Die Auswirkungen auf das Ergebnis würden in Maßen ausfallen, seien aber spürbar, hieß es. Über Kompensationszahlungen sei mit Rolls-Royce noch nicht gesprochen worden. Die Rolls-Royce-Aktie legte in London rund zwei Prozent zu.

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