Nach Verlustjahr weitere Sanierungsschritte
Spar setzt noch einmal den Rotstift an

Die Lebensmittelkette Spar Handels-AG will nach einem deutlich ausgeweiteten Konzernverlust ihren Sanierungskurs verschärfen. Auch im ersten Quartal dieses Jahres ging der Umsatz Deutschlands siebtgrößter Handelskette angesichts der anhaltenden Konsumschwäche zurück.

Reuters FRANKFURT. Weiterhin sollen zahlreiche Supermärkte der Marken Eurospar und Intermache verkauft oder geschlossen werden, teilte Spar am Donnerstag in Hamburg mit. Der Vorstand erwarte, dass sich das operative Ergebnis 2003 somit verbessere. In zwei Jahren werde dann „die Gewinnzone nachhaltig erreicht“. Spar war vor mehreren Jahren von dem französischen Konzern ITM Enterprises übernommen worden, der mittlerweile rund 85 % an der Kette hält.

Im ersten Quartal dieses Jahres sei der Umsatz um 118,6 Mill. € auf rund 1,5 Mrd. € geschrumpft. Vor allem der scharfe Wettbewerb im Großhandel sowie die Schließung von 25 „C+C“-Märkten seien dafür verantwortlich. Positiv mit einem Erlöszuwachs von sechs Prozent habe sich allerdings der Lebensmittel-Discounthandel entwickelt. Angaben zur Ertragsentwicklung im Zeitraum Januar bis März machte Spar zunächst nicht.

„Konsequenterweise wird die Spar Handelsgesellschaft ihre Prozesse und Strukturen in den kommenden Monaten weiter verschlanken“, hieß es in der Konzernmitteilung. Vor diesem Hintergrund werde das Unternehmen seine Verbrauchermärkte Eurospar/Intermache - die Hauptverlustbringer - weiter „in den selbstständigen Spar-Einzelhandel integrieren, verkaufen oder schließen“. Dieser Prozess hatte im vergangenen Jahr bereits begonnen. Mittlerweile seien in diesem Jahr die ersten drei Märkte von selbstständigen Spar Einzelhändlern übernommen und rund 76 Märkte an Wettbewerber verkauft worden. 82 Märkte seien geschlossen worden, davon 44 im Jahr 2002. Dieser Prozess werde bis Mitte 2004 abgeschlossen sein.

Die Sanierungsmaßnahmen ließen den Konzernverlust bei Spar 2002 auf 379,4 Mill. € in die Höhe schnellen nach einem Minus von 99,4 Mill. € im Jahr zuvor. Es seien außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 272 Mill. € entstanden. Der Umsatz 2002 war auf rund 7,3 (Vorjahr: 7,44) Mrd. € geschrumpft. Die Zahl der Beschäftigten sank zugleich um fast 2200 auf 22 200. Im operativen Geschäft verzeichnete Spar allerdings Fortschritte. Hier verringerte sich der Verlust auf 153,8 (167,3) Mill. €.

Auch den Vorstand verschlankte die Handels-AG. Der Vertriebsvorstand Olaf Herrschel scheidet ab Donnerstag aus dem Gremium aus.

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