Nach zwei schwachen Jahren
Tui-Veranstalter Airtours will um zehn Prozent wachsen

Der Touristikkonzern Tui strebt mit seinem Veranstalter Airtours künftig wieder überdurchschnittliche Wachstumsraten und bessere Erträge an. Für die Wintersaison 2004/2005 plane der Veranstalter für teurere Premium- und Luxusreisen nach einem leichten Rückgang im Vorjahr zehn Prozent mehr Umsatz.

HB FRANKFURT. Das sagte der seit Juli amtierende neue Geschäftsführer, Michael Tenzer, am Dienstagabend in Frankfurt. Auch im nächsten Sommer sei die Zehn-Prozent-Marke das Minimum. Gelingen soll dies mit einem Ausbau der Angebots für Individualreisen. Derzeit verzeichnet Airtours für die aktuelle Sommersaison nur ein Umsatzplus von zwei Prozent. Für das Gesamtjahr 2003/2004 (zum 31. Oktober) liegt der Veranstalter, der im vorigen Jahr mit rund 280 000 Gästen 220 Mill. € Umsatz machte, derzeit mit einem Prozent über dem Vorjahr.

Zur Ertragssituation hielt sich Tenzer bedeckt. Im vorigen Jahr hatte die Premium-Marke nach früheren Angaben aus Tui-Kreisen einen kleinen Verlust eingefahren. „Die Ertragssituation ist in diesem Jahr schon besser, aber damit sind wir noch nicht zufrieden“, sagte Tenzer. „Mein klarer Auftrag ist, Umsatz und Ertrag deutlich zu steigern“, fügte er hinzu. Tenzer war als Ex-Manager der Marke „Terramar“ des Konkurrenten Thomas Cook vor einigen Jahren zu Tui gewechselt.

„Wir schöpfen heute den Markt für Premiumreisen und hochwertige, Erlebnis orientierte Individualreisen bei weitem nicht aus“, sagte Tenzer. Das Potenzial in Deutschland für diesen wachsenden Bereich in der Touristik veranschlagt Airtours auf jährlich fünf Millionen Urlauber. Entscheidend sei dabei der hohe Anteil an Individualreisenden, die Airtours als neue Zielgruppe gewinnen wolle.

Dabei gehe es nicht immer darum, an den Urlaubszielen ein Fünf- oder Mehr-Sterne-Hotel anzubieten. „Es geht vielen eher um exklusive Adressen, um etwas besonderes und darum, dass sie etwas erleben und die Welt an ihrem Urlaubsort entdecken wollen, um davon erzählen zu können“, sagte Tenzer. Auch diese Gruppe reagiere durchaus preissensibel. Airtours halte seine Preise deshalb weitgehend stabil. Nach dem missglückten Versuch mit flexiblen tagesaktuellen Reisepreisen, die bei den meisten Kunden für Verwirrung gesorgt hatten, gebe es jetzt wieder Preisobergrenzen in den Katalogen.

Eine unmittelbare Konkurrenz zum Veranstalter Thomas Cook Reisen des gleichnamigen Konkurrenten der Tui sieht Tenzer nicht unbedingt. Mit mit gut 75 % Hotels ab fünf Sternen aufwärts sei das Airtours-Angebot in Deutschland sehr hochwertig positioniert. Thomas Cook Reisen, in diesem Jahr mit 400 000 Gästen, strebt für den Winter 5 % Wachstum an und will im kommenden dritten Geschäftsjahr 2004/2005 seit Gründung erstmals Gewinn machen.

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