Nachbesserungen gefordert
VW-Händler drängen auf Änderungen

Europas größter Autokonzern Volkswagen stößt bei seinen knapp 2 000 Händlern in Deutschland auf Widerstand gegen die ab Oktober geplanten neuen Verträge. Grund sind die von VW geplanten geringeren Mindestzahlungen bei gleichzeitig höheren Anforderungen an die Ausstattung der Autohäuser.

Reuters WOLFSBURG. „Die neuen Verträge sind für viele sicher ein Problem“, sagte der Geschäftsführer des VW/Audi-Händlerverbandes, Dieter Lamlé, am Donnerstag anlässlich der Mitgliederversammlung. „Wir müssen über Nachbesserungen reden.“ Es gehe darum, dass die Händler zumutbarere Bedingungen bekämen. Der Händlerverband werde seinen Mitgliedern die Konsequenzen der von VW in den vergangenen Wochen vorgelegten neuen Vertragsentwürfe ausführlich erläutern. Wie dann das Votum der Händler ausfalle, sei offen, sagte Lamlé. Von den neuen Verträgen sind nach Angaben des Verbandes 1 500 VW-Händler und 1 250 Audi-Händler betroffen. Ein Großteil vertreibt allerdings Modelle beider VW-Marken, so dass es sich um knapp 2 000 Betriebe handelt.

VW will die durchschnittlichen Händler-Vergütungen für die Marke VW voraussichtlich von 16,5 % auf 15,5 % verringern, für Audi von 17,8 auf 16,5 %. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Händler hinsichtlich Ausstellungsraum und sonstigem Auftritt erhöht. Dies würde für viele zusätzliche Kosten für Um- oder Ausbau bedeuten. Allerdings können umsatzstarke Autohäuser mit dem von VW angebotenen neuem Bonussystem mehr als bisher verdienen. VW erhofft sich von den neuen Verträgen einen höheren Absatz.

Notwendig wurde die Neuregelung durch die neuen Wettbewerbsregeln der Europäischen Union (EU) für den Autohandel. Sie müssen nach Ablauf der einjährigen Schonfrist am 1. Oktober 2003 umgesetzt sein. Ziel der neuen Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) ist es, den Wettbewerb in Europa zu erhöhen und die teils hohen Preisunterschiede für Fahrzeuge zwischen einzelnen EU-Ländern zu beseitigen. Die Autohersteller sollen zur Öffnung ihrer Händlernetze bewegt und der grenzüberschreitende Autohandel erleichtert werden. Händler sollen nicht wie bisher gezwungen werden, nur eine Automarke in ihren Häusern zu vertreiben.

VW will sein Händlernetz im Zuge der Liberalisierung des Autohandels bis 2004 weiter verkleinern. Die neuen Verträge für die Händler sehen auch vor die Möglichkeit vor, dass sich Volkswagen an einzelnen Autohäuser beteiligt, falls ein Händler in finanzielle Not gerät.

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