Nachfolge für Muller
Fraport-Manager soll Kassel-Calden auf Kurs bringen

Nach nur 18 Monaten musste Geschäftsführerin Anna Muller beim defizitären Regionalflughafen Kassel-Calden den Hut nehmen. Ihr Nachfolge soll nun der Ex-Fraport-Manager Schustereder antreten.
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KasselEin Manager des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport soll den defizitären Regional-Airport Kassel-Calden wettbewerbsfähig machen. Der Aufsichtsrat teilte am Mittwoch mit, dass Ralf Schustereder neuer Chef wird. Er tritt die Nachfolge der abberufenen Geschäftsführerin Maria Anna Muller an. Die Trennung von Muller nach nur 18 Monaten hatte der Aufsichtsrat am Wochenende mitgeteilt.

Der 49-jährige Schustereder kommt vom Flughafenbetreiber Fraport. Er war von 2011 bis Februar dieses Jahres einer der Geschäftsführer des Internationalen Flughafens in Kairo, wie aus seinem persönlichen Profil im Internet hervorgeht. Die Frankfurter hatten den Angaben zufolge bis vor kurzem einen Management-Vertrag mit dem Airport-Betreiber und stellten einen Teil der Führungsriege.

Der Flughafen steht seit seinem Start im April vergangenen Jahres wegen hoher Kosten und geringer Auslastung in der Kritik. Der Neubau des Airports sollte ursprünglich 151 Millionen Euro kosten, schlug dann aber mit 271 Millionen Euro zu Buche. Wegen zu geringer Passagierzahlen erwartet Kassel-Calden für 2013 ein Defizit von sechs bis sieben Millionen Euro. Gesellschafter sind das Land Hessen sowie die Stadt und der Landkreis Kassel und die Gemeinde Calden.

„Wir wollen nun alles daransetzen, den Regionalflughafen Kassel-Calden wieder in medial ruhigeres Fahrwasser zu geleiten und gleichzeitig die künftige Geschäftsführung mit aller Kraft unterstützen, um das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen“, hatte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) beton.

Muller hatte im Interview mit Handelsblatt Online im Januar noch für eine Schonzeit für das Flughafen-Projekt geworben. „Nach der Eröffnung wurde erwartet, dass wie in Frankfurt auf der Nordbahn alle drei Minuten ein großer Flieger ankommt“, sagte Muller. „Das ist natürlich Wahnsinn, wir bauen gerade erst einen Flughafen auf.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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