Nachfolger für Eckhard Cordes
Haniel sucht neuen Chef

Der Duisburger Familienkonzern Haniel sucht einen Nachfolger für seinen Vorstandschef Eckhard Cordes. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Familiengesellschafter. Dazu sei Anfang vergangener Woche ein Personalberater eingeschaltet worden. Als Favorit gilt allerdings schon jetzt Metro-Finanzvorstand Thomas Unger.

DÜSSELDORF. Sprecher von Metro und Haniel wollten dazu keine Stellungnahme abgeben. Unternehmenskreise berichten, Cordes solle sich künftig auf sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Düsseldorfer Metro-Konzerns konzentrieren. Dort hatte Haniel vor anderthalb Jahren seinen Anteil auf 36 Prozent erhöht und gemeinsam mit der Familie Schmidt-Ruthenbeck die Mehrheit übernommen. Die Duisburger machten damals ihren Vorstandsvorsitzenden Cordes zum Nachfolger von Metro-Chef Hans-Joachim Körber. Und Haniel-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel wurde oberster Metro-Kontrolleur.

Angesichts der schwierigen Lage des Dax-Konzerns sei die Doppelbelastung für Cordes einfach zu hoch geworden, heißt es nun in Duisburg. Der Handelskonzern leidet wegen seiner Expansion in Osteuropa nicht nur unter der verschärften Konsumflaute in Russland. Zudem machte der Zusammenbruch der Kapitalmärkte den Umbauplänen einen Strich durch die Rechnung: Der beabsichtigte Verkauf der Warenhauskette Kaufhof musste vorerst ausgesetzt werden, der geplante Börsengang von Media-Saturn rückte in weite Ferne.

Entsprechend rutschte der Börsenkurs von Metro, der bei Haniels Zukauf über 60 Euro gelegen hatte, auf zuletzt nur noch 23 Euro. Auf dem Papier verlor Haniel damit bei seinem Metro-Investment innerhalb von nur 18 Monaten rund 1,2 Mrd. Euro.

Das hatte negative Auswirkungen auf Haniels Refinanzierungsmöglichkeiten: Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Bonität des Konzerns, obwohl er fast 40 Prozent Eigenkapital besitzt, deutlich zurück. Während Haniel früher mit einer "A-"-Bewertung glänzte, steht der Mischkonzern mit "BBB-" und einem negativen Ausblick inzwischen nur noch einen Zähler entfernt vom sogenannten "Non-Investment-Grade".

Für den nicht börsennotierten Konzern, der sich hauptsächlich über Anleihen finanziert, wird damit die Kapitalaufnahme erheblich teurer. Hinzu kommt: Für Anleihen ab "BB+" interessieren sich vor allem Spekulanten.

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