Nachfrage nach Betten zieht wieder leicht an: Deutschlands Hotelketten melden Sanierungserfolge

Nachfrage nach Betten zieht wieder leicht an
Deutschlands Hotelketten melden Sanierungserfolge

Nach der langen Durststrecke im Gastgewerbe melden die ersten großen Hotelketten zaghafte Sanierungserfolge. Die Nachfrage nach Betten ist in vielen Häusern im zweiten Halbjahr leicht gestiegen. „Der Silberstreif ist da“, konstatiert Stephan Gerhard von der Hotel-Unternehmensberatung Treugast. Allerdings: Die Branche leidet weiterhin unter massivem Preisdruck.

HB DÜSSELDORF. Karl-Anton Schattmaier, Vorstandschef der Steigenberger- Gruppe, hat darauf mit einem umfangreichen Umbauprogramm reagiert. „Wir müssen lernen, unsere Dienstleistungen zu Preisen zu produzieren, die unsere Kunden sich leisten können“, sagt er. Zudem gelte es, neue zahlungskräftige Zielgruppen zu erschließen. Im Visier hat Schattmaier dabei vor allem die gut betuchte Klientel aus der arabischen Welt.

Die Steigenberger AG, nach wie vor ein nicht börsennotiertes Familienunternehmen, hat soeben die Sanierung abgeschlossen: Das Hotelportfolio wurde auf 77 Häuser reduziert, Steigenberger zog sich auf sein Kerngeschäft Hotel zurück und reduzierte die Schulden.

Lob für den Umbau bekommt Schattmaier von Branchenkenner Gerhard: „Jetzt ist Steigenberger endlich wieder eine Marke.“ Die klare Profilierung zu Lasten einiger weniger Häuser sei „eine saubere Geschichte“, die der Kunde verstehe. Auch Wettbewerber Maritim zollt verhalten Anerkennung. Die konsequente Ausrichtung auf das Drei- Sterne-Geschäft einerseits und den Vier-und-Fünf-Sterne-Markt andererseits sei gerade in den schwierigen Zeiten viel versprechend, sagt dessen Chef Christian G. Windfuhr.

Im Lob schwingt etwas Resignation mit, denn Maritim ist in der preiswerteren Kategorie nicht präsent. Windfuhr: „Wenn wir in das Drei-Sterne-Segment gehen, dann müssten wir schon zehn bis 15 Hotels haben, um am Markt sichtbar zu sein.“ Das sei derzeit illusorisch und bräuchte zudem eine Anlaufzeit von drei bis fünf Jahren.

Wie man im Hotelgeschäft den Marktanteil stabil hält, auch wenn die Ausgabefreude der Kunden schwindet, macht Marktführer Accor vor. Mit seinem breiten und klaren Markenspektrum hält Accor seine Klientel auch bei anhaltender Sparsamkeit mit Alternativprodukten bei der Stange. Accor-Deutschland-Chef André Witschi weiß um den Vorteil, mit 380 Herbergen vom Ein- bis zum Fünf-Sterne-Niveau, von Etap bis Dorint-Sofitel präsent zu sein. Witschi rechnet 2005 mit einem stagnierenden Markt, will gleichwohl weitere Marktanteile gewinnen – über eine optimierte Preis- und Vertriebsstrategie.

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