Nachfragerückgang
Autovermieter kämpfen gegen den Kundenschwund

Die Autovermieter spüren die Zurückhaltung der Unternehmen bei Dienstreisen - und das Ende ist noch nicht erreicht. Die Travel Manager in den deutschen Unternehmen erwarten, dass die Beschränkungen bei den Geschäftsreisen künftig noch deutlich zunehmen werden.

DÜSSELDORF. "Vom Nachfragerückgang, insbesondere bei Geschäftsreisen, sind wir natürlich auch betroffen. Nach wie vor ist das Business-Segment ein wichtiger Bestandteil unseres Vermietgeschäfts", beschreibt Thomas Wandel, Director Corporate Sales bei Avis, die Situation. Das Unternehmen versucht, dem Kundenschwund mit Zusatzleistungen wie Bonus-Programmen entgegenzuwirken.

Roland Keppler, Vorsitzender der Geschäftsführung des Avis-Konkurrenten Europcar Deutschland bestätigt diesen Trend: Grundsätzlich sei eine Tendenz zum "Downsizing" bei der Automiete zu beobachten. Aber die Marktverwerfungen böten auch Chancen: "Viele Unternehmen überdenken ihr Fuhrparkmanagement neu. Anstatt Kapital fest in einer gekauften oder geleasten Flotte zu binden, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für Mietwagen."

Darauf setzt auch Elyes M?Rad, Geschäftsführer der Hertz Autovermietung Deutschland. Außerdem hat er festgestellt, dass nicht alle Geschäftsbereiche schrumpfen: "Die Nachfrage von kleineren Unternehmen ist erfreulich stabil und wächst zum Teil sogar."

Doch das wird vorerst wohl die Ausnahme bleiben. Die Travel Manager in den deutschen Unternehmen erwarten, dass es künftig deutlich mehr Beschränkungen bei den Geschäftsreisen geben wird. Bei der aktuellen Umfrage im Auftrag ihres Verbandes VDR gaben immerhin 46 Prozent der Unternehmen an, als Reaktion auf die Krise die Reiserichtlinien zu verschärfen.

"Besonders bei europäischen Strecken geht die Schere zwischen Economy und Business immer weiter auseinander", sagt Stefan Vorndran, Chef des Geschäftsreise-Anbieters BCD Travel. Während die Zahl der Flugreisen zurückgegangen sei, blieben Bahn und Mietwagen im ersten Quartal dieses Jahres annähernd auf gleichem Niveau. "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass innerhalb von Deutschland zunehmend die Bahn genutzt wird. Gleichzeitig gewinnen Mietwagen und Pkw-Reisen an Bedeutung", sagt Vondran.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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