Nachgefragt: Hermann Franzen
„Die Grenzen der Discounter werden sichtbar“

Der Handel sollte bei der Kundenbindung mehr auf Qualität und Service setzen, statt mit Preisschlachten um Käufer zu werben. Zwar hätten die Verbraucher immer geringere Nettoeinkommen, seien aber durch ein starkes Markenprofil und klare Konzepte durchaus zum Kauf anzuregen, so die Einschätzung von Hermann Franzen, Präsident des Deutschen Einzelhandels (HDE)

Düsseldorf Was kann der Einzelhandel selbst tun, um der Krise zu begegnen?

Der Handel kann sich nicht wie Münchhausen an seinem Schopf aus dem Sumpf ziehen. Wie kaum eine andere Branche ist er von den ökonomischen Rahmenbedingungen und der Stimmung im Land abhängig. Für die Geschäfte kommt es angesichts des schwierigen Umfelds noch mehr darauf an, sich richtig am Markt zu positionieren und ihr Profil zu schärfen. Der Fachhandel muss die Kunden überzeugen, dass Qualität und Service unverzichtbare Bestandteile einer vielfältigen Einzelhandelskultur sind, die einen hohen Wert haben.

Mit welchem Fehlverhalten trägt die Branche noch zur Verschärfung der Krise bei?

Die Rabattschlachten der letzten Monate haben das Vertrauen der Verbraucher gestört und dazu beigetragen, die Krise zu verschärfen. Es ist ein Fehler, den Wettbewerb nur über den Preis auszutragen.

Gibt es Positiv-Beispiele für eine Krisenbewältigung ohne überzogene Preisschlachten?

Positiv haben sich vor allem die Geschäfte entwickelt, die sehr vorsichtig mit der Gewährung von Rabatten umgegangen sind und ihre Kundschaft mit transparenten und glaubwürdigen Preisen gewonnen haben. Hierzu gehören viele Mittelständler, die sich nicht von der „Rabattitis“ haben anstecken lassen.

Inwieweit hat der Einzelhandel selbst die deutschen Konsumenten zu regelrechten Schnäppchen-Jägern erzogen?

Natürlich war die Werbung einiger Unternehmen sehr auf den Preis bezogen. Doch nicht ohne Grund. Wenn den Verbrauchern immer weniger von ihrem Nettoeinkommen bleibt, sparen sie beim Einkauf. Mit seinem Angebot reagiert der Einzelhandel auf die Bedürfnisse der Kunden. Der Wettbewerb im deutschen Einzelhandel führt dazu, dass die Konsumenten Jahr für Jahr Milliardenbeträge beim Einkaufen sparen.

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