Nachgefragt: Holger Strehlau-Schwoll
„HSK soll eine Marke werden“

Das Handelsblatt im Gespräch mit Holger Strehlau-Schwoll, Geschäftsführer der HSK-Gruppe, Wiesbaden.

Herr Strehlau-Schwoll, Marketing und Krankenhaus – wie passt das zusammen?

Die Branche befasst sich erst seit einigen Jahren mit dem Thema. Es ist nicht gerade leicht, Mediziner für Marketing zu begeistern. Angefangen haben wir wie viele andere Einrichtungen mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Aber ein erfolgreiches Marketing umfasst natürlich viel mehr. Vor drei Jahren haben wir eine Stabsstelle gegründet, in der die Marketingaktivitäten der Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) gebündelt werden. Jetzt gehen wir noch weiter, indem wir versuchen, eine Marke aufzubauen.

Medizin als Markenartikel?

Genau darum geht es uns. Viele Menschen glauben ja, dass sie eine künstliche Hüfte in einem Krankenhaus A genauso gut eingesetzt bekommen wie im Krankenhaus B. Das ist natürlich keineswegs so. Wir wollen sicher gehen, dass die Menschen die exzellenten medizinischen Leistungen unserer Einrichtungen mit der Marke HSK in Verbindung bringen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Durch den Einsatz optischer Mittel wie unserem Logo und einem möglichst einheitlichen Auftritt unserer Gruppe. Wir haben das Problem, dass die Dienstleistung der Krankenhäuser für die meisten Menschen negativ oder mit Angst besetzt ist. Deshalb versuchen wir darüber hinaus, für die Menschen in unserer Region zum festen Bestandteil des Lebens zu werden. Auch in den Zeiten, in denen sie gesund sind.

Wie ist das zu schaffen?

Zum Beispiel dadurch, dass wir als Sponsor von Konzerten auftreten oder Informationen über gesunde Ernährung anbieten. Darüber hinaus erscheinen mir gerade für ein Dienstleistungsunternehmen haptische Elemente wichtig, um die Vorzüge der Marke über den Tastsinn zu transportieren.

Zum Beispiel durch die Vermarktung von Mineralwasser mit Ihrem Logo auf dem Etikett?

Das geht in diese Richtung, ja. Langfristig könnten wir aber noch weiter gehen. Denkbar wäre etwa, innovative Medizintechnik für den Heimgebrauch unter unserer Marke zu vertreiben. Oder Geräte, die helfen, Krankheiten zu vermeiden. So könnte die Marke aus dem Krankenhaus herausgetragen werden und die negative Assoziation abgemildert werden.

Sie bewerben ihr Angebot mit dem Slogan „Verantwortung für wichtige Fragen“. Ist das nicht ein bisschen beliebig?

Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern haben wir bewusst einen Claim gewählt, in dem weder das Wort Medizin noch das Wohl des Patienten vorkommt. Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass diese Begriffe für ein Klinik-Unternehmen zentral sind. Unser Leitspruch soll ausdrücken, dass wir über das Kerngeschäft hinaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Zum Beispiel als Vertragspartner der Krankenkassen. Oder auch in ganz anderen Bereichen wie der Palliativ-Medizin. Wir übernehmen Verantwortung, damit unheilbar kranke Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.

Die Fragen stellten Maike Telgheder und Anna Trömel

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%