Nachgefragt
„Vor allem kleinere sind in Gefahr“

Uwe-Specht, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkel KGaA zum Konsolidierungsprozess in der Kosmetikindustrie.

Wie wird der Konsolidierungsprozess in der Kosmetikindustrie weitergehen?

Besonders Unternehmen mit hoher Abhängigkeit von wachstumsschwachen Märkten – etwa Deutschland und Europa – werden verstärkt nach externen Wachstumsmöglichkeiten Ausschau halten. Dabei bilden Akquisitionen einen zentralen Punkt, auch in Märkten außerhalb Europas, um an dem dortigen Marktwachstum zu partizipieren. Ein Schwerpunkt wird dabei auf Unternehmen mit Aktivitäten in den Regionen Nordamerika, Asien/ Pazifik und Osteuropa liegen.

Welche Unternehmen haben die besten Chancen zu überleben?

International aufgestellte Unternehmen, die über starke Marken und innovative Produkte verfügen. Wichtig ist dabei, dass die Produktportfolios den lokalen Marktgegebenheiten angepasst werden und durch starke Media- Investments beworben werden. Von besonderer Bedeutung ist auch ein ausgereiftes Logistik- und Vertriebskonzept und enge Kooperation mit dem Handel.

Wer läuft Gefahr, übernommen zu werden?

Besonders kleinere und mittlere Unternehmen, die in Wachstumsmärkten und interessanten Segmenten aktiv sind, stehen in dieser Gefahr, denn größere Übernahmen sind im Moment nicht zu erwarten.

Haben Unternehmen in Nischen-Märkten eine Überlebenschance?

Ja, sie besteht in der klaren Positionierung und Fokussierung auf bestimmte Marktsegmente. Hierdurch können sie eine herausragende Marktstellung aufbauen und die Kunden stärker binden. Sie können frühzeitig Markttrends erkennen und durch ihre Marktnähe schnell auf Entwicklungen des Marktes reagieren.

Die Unternehmensberatung A.T. Kearney sieht Henkel und Beiersdorf als interessante Übernahmeobjekte für Großkonzerne. Wie sehen Sie das?

Henkel wird die Kosmetiksparte weiter entwickeln. Kosmetik ist für Henkel ein Kerngeschäft mit profunden Margen und hoher Zukunftsfähigkeit. Und auch Beiersdorf steht nach der Neuordnung der Aktionärsstruktur sicherlich nicht zur Disposition von anderen größeren Unternehmen übernommen zu werden.

Marktbeobachter sehen das Friseurgeschäft von Henkel als zu klein an, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. Wäre ein Verkauf nicht sinnvoller?

Das Friseurgeschäft ist überaus attraktiv und für Henkel unverzichtbar. Außerdem ist der Name „Schwarzkopf“ nicht teilbar. Schwarzkopf Professional ist die Nummer drei auf dem Weltmarkt und wir haben das strategische Ziel, diese Position weiter zu stärken und weltweit weiterzuentwickeln.

Die Fragen stellte Maike Telgheder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%