Nachhaltigkeit
Metro gibt sich grünen Anstrich

Aus Sorge um den Aktienkurs wertet der Düsseldorfer Dax-Konzern Metro das Thema Nachhaltigkeit auf – und macht es zur Chefsache.

DÜSSELDORF. Am Dienstag trommelte Vorstandschef Eckhard Cordes zum ersten Mal den sogenannten Nachhaltigkeitsrat, "Sustainability Board", zusammen. Der Chef selbst schwingt sich zum Ober-Grünen des Handelskonzerns auf und übernimmt den Vorsitz des Gremiums. So will er von der Holding-Ebene aus den Vertriebsschienen Cash & Carry, Real, Kaufhof und Media-Saturn einen grünen Anstrich verpassen. Ein kontrollierter Einkauf bei Lieferanten, die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards, die Produktqualität und der Einsatz erneuerbarer Energien sollen so sichergestellt werden.

Streit mit den eigenen Einkäufern, die nun bei den Lieferanten womöglich Zusatzpreise zu zahlen haben, nimmt Metro in Kauf. "Solche Konflikte werden im Vorstand geklärt", sagte ein Sprecher.

Was auf den ersten Blick nach einem gelungenen PR-Coup aussieht, entspricht den Forderungen professioneller Anleger. Die achteten bei ihren Investitionen immer häufiger auf nachhaltiges Wirtschaften, berichtet Metros Investor-Relations-Chef Henning Gieseke: "Wer sich diesem Trend verweigert, wird in fünf bis zehn Jahren auf dem Kapitalmarkt nicht mehr beachtet und scheidet als Investitionsobjekt aus." Um künftig in den speziell ausgerichteten Anlagefonds vertreten zu sein, hat sich Metro - wie schon vor zwei Wochen der Logistikdienstleister Deutsche Post DHL - in den Dow-Jones-Sustainability-Index (DJSI) aufnehmen lassen.

"Das Thema Nachhaltigkeit wird derzeit heiß gehandelt", sagt Branchenexperte Volker Bosse von der Münchener Investmentbank Unicredit. "Es könnte der nächste Megatrend werden."

Zurzeit spielen auf "Corporate Social Responsibility" (CSR) ausgerichtete Spezialfonds zwar noch eine untergeordnete Rolle, der Internetdienst Eco-Reporter zählte deutschlandweit Ende 2008 gerade einmal 196 von ihnen mit einem Gesamtvolumen von 18,26 Mrd. Euro. Gleichzeitig aber vermehren sich die Fondsgesellschaften, die Nachhaltigkeit bei ihren Investitionen berücksichtigen. Europaweit, ermittelte der Branchenverband Eurosif, waren dort Ende 2007 gut 2,7 Billionen Euro angelegt - 17,6 Prozent vom Gesamtmarkt und doppelt so viel wie zwei Jahre zuvor.

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