Nachlässige Prüfung vorgeworfen
Milliardenklage gegen KPMG in den USA

Die Krise am US-Immobilienmarkt könnte auch die Prüfungsgesellschaft KPMG teuer zu stehen kommen. Der Konkursverwalter der insolventen Hypothekenbank New Century hat den US-Ableger der Prüfungsgesellschaft auf rund eine Mrd. Dollar Schadenersatz verklagt.

Bloomberg/are DÜSSELDORF. Die KPMG-Tochter habe in seiner Rolle als Wächter versagt, hieß es zur Begründung. Nachlässige Berichte und Buchprüfungen hätten zum Zusammenbruch von New Century geführt. Es handelt sich um die erste Klage gegen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Zuge der Subprime-Krise.

Im Jahr 2008 machte KPMG in der Region Nord- und Südamerika 7,17 Mrd. Dollar Umsatz. Damit müsste KPMG im Ernstfall rund ein Siebtel dieses Umsatzes zahlen. "Bei der Summe kann das im Einzelfall weit über die Haftpflichtversicherung eines Unternehmens hinausgehen", sagte Klaus Nieding, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, dem Handelsblatt.

KPMG wäre nicht die erste Firma, die durch ein Prüfungsproblem ins Wanken gerät. Die Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen stürzten über den Bilanzbetrug bei Enron - Mitarbeiterschwund und Vertrauensverlust bei den Kunden wogen schwerer als der spätere Freispruch. Fälle wie die nicht existenten Bohrmaschinen von Flowtex, der Bilanzierungsskandal um Worldcom oder Comroad bedrohen das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Jahresabschlüssen.

Die aktuelle Klage wirft KPMG vor, mit den Testaten für New Century sowohl die von der internationalen Dachorganisation geforderten Branchenstandards als auch aufsichtsrechtliche Vorschriften verletzt zu haben. Abweichende Meinungen innerhalb der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft seien von den Seniorpartnern unterdrückt worden, um die Geschäftsbeziehung zu New Century und die Einnahmen aus dem Geschäft zu schützen, heißt es weiter in der Klageschrift.

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